Alte Freunde

Facebook! Jeder kennt es, fast jeder hat es und einige verfluchen es. Ich gehöre auf jeden Fall zu denen, die dieses gigantische Wissensportal nutzen um sich mit Gleichgesinnten in Gruppen auszutauschen. So bin ich auch in diversen T3 und Bulli-Gruppen angemeldet. Letztens stellte ich die Frage nach der Herkunft der anderen Gruppenmitglieder. Ich wollte gern wissen, wo hier in der Nähe noch andere Bullifahrer zu finden sind.

Plötzlich schrieb mich ein längst vergessener Freund aus Kindertagen an. Wir spielten im Grundschulalter zusammen. Er wohnte nur ein paar Häuser entfernt. Danach verlor sich allerdings die Spur…

Ich war jetzt auf jeden Fall ganz überrascht von ihm zu lesen. Sein Name sagte mir natürlich noch etwas, also wusste ich auch sofort wer er war. Aber was wollte er nur in dieser Gruppe?!

Er sagte mir, dass er momentan drei T3 besitzen würde. In seinem Leben hatte er wohl schon 8 oder 9 dieser Kultwagen besessen. Da war wohl schon alles dabei, Doka, Westfalia, Bullis mit Diesel-Motoren, Bullis mit V6-Motoren,… Momentan besitzt er einen T3 Dehler. Von dem zweiten Wagen steht zur Zeit nur die Karosserie. Der dritte Wagen sei nur zum Ausschlachten. Er meinte, es sei bei ihm schon mehr als nur ein Hobby. Er besitzt eine Halle mit zwei Bühnen und eine weitere Halle zum Unterstellen. Außerdem hat er noch einen alten Eriba-Wohnwagen und einen noch älteren T1!

Ich war so erstaunt das mir die Worte fehlten. Ausgerechnet mein alter „Sandkasten-Freund“ ist nun Profi auf dem Gebiet des Bullis. Er erzählte mir, dass sein erster T3 wohl nur 160€ kostete. Er hätte damals einen Brandschaden gehabt. Darauf hin hat er alleine den Bus wieder komplett aufgebaut. So war es wohl auch bei den folgenden Bussen. Er kann Motoren tauschen und zerlegen, die komplette T3-Technik erneuern, Schweißarbeiten durchführen, Lackschäden reparieren und sogar Hochdächer nachrüsten.

Wir schrieben den ganzen Abend hin und her. Ich erzählte ihm von unseren Plänen. Sofort lud er uns ein seine Halle mit seinen Bussen zu besuchen. Dies Angebot nahmen wir sofort an und machten einen Termin aus…

Zwei Tage später war es so weit! Wir fuhren nur ein paar Ortschaften weiter. Hier, auf dem Land, sollte die angemietete Halle meines alten Freundes sein. Ich war aufgeregt, einerseits wegen der Bullis, andererseits wegen einer doch fremden Person mit der ich vor über 25 Jahren einmal befreundet war. …wie wird es sein?!

Als wir auf den Hof fuhren winkte uns bereits ein Mann in meinem Alter zu. Er dirigierte uns direkt in seine Halle. Hier sollten wir parken. Schon aus dem Auto heraus staunte ich nicht schlecht, hier stand ein super erhaltener Westfalia mit Hochdach. …unser Traumwagen!

Nachdem wir ausgestiegen waren und uns herzlich begrüßt hatten, stellte mein alter Freund uns einen weiteren Schrauber-Kollegen vor. Er war deutlich älter als wir und der Besitzer dieses perfekt restaurierten Campingbusses.

Wir durften uns sogar den Wagen von innen ansehen und reinsetzen. Alles sah aus wie frisch aus dem Werk! Am liebsten wären wir direkt in den Urlaub gefahren.

Draußen, auf dem Hof, zeigte uns mein Freund dann seinen T3. Hierbei handelte es sich um einen VW T3 Dehler mit rin paar „Extras“. So hat er sich vorne die Bremsanlage eines Porsche verbaut, den Wagen tiefergelegt und das Fahrwerk komplett überarbeitet. Für diesen Winter hat er sich die Karosserie und den Innenausbau als Projekt vorgenommen.

Dann drückte er mir plötzlich seine Autoschlüssel in die Hand und sagte „komm, lass uns mal ne Runde fahren.“ Ich war sprachlos und plötzlich auch mega angespannt. Ich sollte jetzt so einen Kult-Bulli fahren?

Tascha setzte sich auf den Beifahrersitz und mein Kumpel stieg hinten ein. Wir klappten unsere Armlehnen runter und schnallten uns an. Dann erklärte er mir noch kurz die Schaltung des 5-Gang Getriebes „hinten links ist der erste Gang, der Zweite ist dann vorne in der Mitte. Drei ist mittig hinten, Vier ist vorne rechts und der Fünfte dann hinten rechts. Rückwärts ist über dem ersten Gang, also vorne links.“ Das war die kurze Einführung, ich drehte den Zündschlüssel und kurze Zeit später knatterte der 112 PS Wasser-Boxer im Heck los. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Noch nie bin ich selber einen Bulli gefahren. Allein das Gefühl so auf der Achse zu sitzen war mir neu. Mein Kumpel führte mich wie in der Fahrschule von Straße zu Straße. Wir fuhren eine relativ große Runde und waren erst ca. 20 min. später wieder auf dem Hof. Ich wollte gar nicht mehr aussteigen, so gut gefiel es mir in diesem Kockpit…

Auch in der Halle: sein erster Bus. Momentan komplett leer, da er für das Lackieren vorbereitet werden soll. Diesen Bulli kaufte er sich 2008 für 160€ und baute den Wagen selber auf.

Lange redeten wir anschließend noch über Ausstattungen und Hochdächer. Am längsten beschäftigte mich aber das Thema mit der richtigen Motorisierung. Er riet uns einfach nur von einem Diesel ab. Seiner Meinung nach haben selbst die stärksten Diesel (1.6 TD) mit 70 PS, zu wenig Power um in dem Kassler-Bergen oder gar in der Schweiz NICHT von den LKWs überholt zu werden.

Wir schwanken nun also wirklich hin und her. Soll es doch ein Benziner werden? Hier gibt es deutlich mehr PS als bei den Diesel-Varianten. 90, 95 oder sogar 112 PS sind da vertreten. Wir wissen es einfach nicht! Hier stellen wir einmal mehr die Frage an DICH. Was sind deine Erfahrungen? Was findest du besser und warum? Schreib uns doch mal deine Meinung, gleich hier in den Kommentaren. 😊

4 Kommentare zu “Alte Freunde

  1. Ich als eigentlich anti-Facebookerin muss sogar sagen, da hat die Plattform ihren Zweck mehr als erfüllt!😃 sehr toll beschrieben dein erstes Fahrerlebnis. Ich „hibbele“ gleich mit und kann es kaum erwarten, wenn eure erste Reise ansteht!😊 wunderbar wie solche Kontake durch gemeinsame Interessen entstehen. Liebe Grüsse aus der Schweiz❤️

    • Vielen Dank für dein Kommentar, Selina. 😊 Wir sind jetzt wirklich wie gestochen und überlegen, ob wir nicht doch schon irgendwie dieses Jahr noch einen Bulli finden. ☺️

  2. Hallo,
    falls ihr jemals mit eurem Bus vor habt über den Atlantik überzusetzen und evtl. die Panamerikana zu machen, ist Benzin die einfacherere Wahl, da Diesel schwerer zu bekommen ist.
    Und eines würde ich mir einfach Abschminken, mit nem T3 kann man keine Rennen fahren. In USA haben uns permanent selbst große LKW überholt. Das wäre egal mit welcher Motorisierung passiert…
    Grüße Tobias
    (VW T3 LLE 2,1 WBX – 92PS)

    • Hallo Tobias, vielen Dank für deinen Beitrag. 😊 Also eigentlich sind solche weiten Reisen nicht bei uns geplant. Aber man soll ja niemals „nie“ sagen. 😉

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