Unsere erste Bulli-Tour – Tag 2, Hvide Sande

Am Sonntag hatten wir es nicht ganz so eilig wie am Tag zuvor. Bevor wir weiterreisen konnten, mussten wir unseren Stellplatz erst bezahlen. Dies ist in der Wintersaiaon bei „Esbjerg Camping“ nur zwischen 9 und 10 Uhr möglich.

Unser neues Ziel hieß Hvide Sande. Hier befindet sich, zwischen der Nordsee auf der einen Seite und dem Ringkøbing Fjord auf der anderen Seite, der Campingplatz „Nordsø, Tingodden 3, Aargab 6960 Hvide Sande“. Das Navi veranschlagte ca. eine Stunde Fahrzeit. Da wir aber eh mit dem ein oder anderen Zwischenstop
rechneten, war uns die errechnete Zeit bis zum Ziel relativ egal.

Als erstes hielten wir in Henne Strand. Wir fuhren den Strandvejen bis zum Cafe Stranden durch, parkten hier kurz auf dem riesen Parkplatz und schauten auf den Strand runter. Aussteigen wollten wir aber nicht, da es diesig, grau und kalt war.

Wir drehten um und parkten dann auf dem öffentlichen Parkplatz mitten im Ort hinter den öffentlichen Toiletten. Eine Runde durch die kleine Fußgängerzone war einfach Pflicht. Die kleinen Boutiquen hatten bereits geöffnet und so bummelten wir die Schaufenster entlang, bis wir eine kleine und sehr gemütliche Crêperie (Creperiet) fanden. Unser Hunger und unsere Neugierde trieb uns hinein. Wir waren die ersten Gäste und konnten uns den schönsten Platz aussuchen. Hell vertäfelte Holzwände und helle Holzdielen, dazu bunt gestreifte Möbel, ließen das Innere sehr einladend wirken. Bestellen mussten wir an der kleinen Theke, die freundliche Bedienung brachte dann aber unsere Crêpes zu uns an den Tisch.

Nach der kleinen Stärkung machten wir uns dann auf den Weg Richtung Hvide Sande. Schon nach knapp 8 Kilometern stand der nächste Stop an. Wir bogen von der Straße ab und fuhren auf den Parkplatz am Blåbjerg. Es war diesig und kalt, also nicht gerade perfekte Bedingungen um wandern zu gehen. Um so irritierter waren wir als wir den Parkplatz erblickten. Viele Autos parkten hier, die meisten mit Fahrradträgern. Fast alle Räder waren Mountainbikes. Eigentlich kein Wunder, da es sich bei dem Gebiet um Dänemarks höchste Düne mit 64 Metern, dem Blåbjerg, um eine Region mit vielen Mountainbike-Strecken handelt.
Die Möglichkeiten reichen von der weiß markierten Marathonstrecke über 13 Kilometer bis hin zur sportlichen Extremtour auf der schwarz und leichteren Ausflügen auf der grün gekennzeichneten Strecke. Auf der schwarzen Route von 7 Kilometern befinden sich Passagen für technisch versierte Fahrer und die grüne Route ist der Anfängerparkour über eine Distanz von 4 Kilometern.

Wir parkten abseits des großen Parkplatzes, am Fuße der langen Treppe die auf die Düne hinauf führt. Kammerherr Thyge de Tygeson hatte sie einst bepflanzt, um der Sandflucht Einhalt zu gebieten. Später wurde im Gedenken an den Kammerherrn ein Gedenkstein auf der Kuppe des Blåbjergs errichtet. Die hohe Düne war früher eine wichtige Landmarke für Seefahrer. Da sie aus der Entfernung bläulich aussah, gab man ihr diesen Namen. Heute ist die Düne das Wahrzeichen der Kommune.

…genug Geschichte! Wir fuhren weiter. Das Meer war bei dem diesigen Wetter eh nicht zu sehen von dort oben. Generell war die Fernsicht nicht wirklich fern und recht eingeschränkt.

Nur knapp eine Viertelstunde später (11 Kilometer) erreichten wir schon die südlichen Ausläufer des Ringkøbing Fjords. Kurz nach der Ortschaft Nymindegab und direkt neben der Landstraße 181, die auch gern als „die dänische Küstenstraße schlechthin“ bezeichnet wird, befindet sich ein guter Spot für Angler.
Es gibt eine Hütte mit Bänken und einem Kamin. Sogar ein paar Holzscheite lagen bereit um ihn zu befeuern. Die Hütte ist nicht verschlossen und bietet die Möglichkeit um sich auszuruhen. Gleich nebenan ist eine weitere, etwas kleinere Hütte. Hier ist eine Toilette untergebracht. Man darf hier keinen Luxus erwarten, doch in der Not tut sie ihre Dienste… 😉 Ein kleiner Steg ragt ein paar Meter ins Wasser. Diesen darf man frei betreten. ACHTUNG: Der Steg an dem die beiden Boote liegen darf nicht betreten werden. Hier steht aber auch ein Schild.

Die Abfahrt zu dem kleinen Parkplatz geht recht steil bergab. Also muss man um ihn zu verlassen auch wieder recht steil bergauf. Ich hatte auf jeden Fall die Steigung der Straße unter- und die Handbremse überschätzt. Der Bulli kam zwar ohne Probleme den Weg wieder hoch, doch musste ich oben in der Steigung anhalten um zu schauen ob ich in die 181 einfahren konnte. Das Anfahren mit Handbremse ist bei einem T3 wohl keine gute Idee. …zumindest war es bei unserem Bulli nicht so einfach, da der Wagen trotz angezogener Handbremse den Weg wieder hinunter rollte. Ich war heilfroh, dass hinter uns keine Autos warteten um ebenfalls auf die Straße aufzufahren. So rollten wir also kontrolliert hinunter, nahmen erneut Anlauf und fuhren diesmal ein Stück weiter an die Landstraße heran. Hier war das Gefälle kaum noch vorhanden und  wir konnten ganz einfach unsere Fahrt fortsetzen.

Hier noch kurz ein paar Fakten zum Fjord:
Der Ringkøbing Fjord ist mit 300 km² Fläche der größte Küstensee Dänemarks. Der Brackwassersee ist etwa 30 km lang, 12 km breit und durchschnittlich nur 1,5 m tief. Je nach Ort und Tageszeit lassen sich folgende Fischarten angeln: Aal, Aalquappe, Barsch, Flunder, Hecht, Hering, Hornhecht, Lachs, Maräne, Meeräsche, Meerforelle.
In den Fjord entwässern einige Auen, unteranderem auch die vor allem für Ihre sehr guten Lachsaufstiege bekannte Skjern Au.

Für die letzte Etappe auf der Landstraße 181 nach Hvide Sande brauchten wir, laut Navi, 19 Minuten (22 Kilometer). Die lange Gerade neben den großen Dünen, die die Nordsee vom Ringkøbing Fjord trennt, schien endlos zu sein. Ab und zu lag versteckt ein Ferienhaus mitten in den Dünen. Zu dieser Jahreszeit waren die Häuser jedoch meist alle verlassen.

Wir parkten mitten im Zentrum, am Hafen. Der Parkplatz liegt direkt neben der Eisfabrik, bei der die Fischkutter anlegen um ihren Kühlraum mit frischem Eis zu befüllen. Erreicht werden kann diese Parkmöglichkeit über die Straße Toldbodgade. Direkt neben dem Parkplatz ist auch eine öffentliche Toilette zu finden. 🙂
In unmittelbarer Nähe zum Hafen gibt es mehrere gute Restaurants. Dazu gehören das „Cafe Marina“, „Isvearket“ oder auch das „Slusen Fiskerestaurant“.
Ich wollte lieber ein Risted Hotdog essen und das Geld sparen. Nach kurzer Zeit fanden wir eine Eisdiele die auch Hotdogs und Burger anbot (Iscafeen). Zu unserer Verwunderung gab es hier auch vegetarische Hotdogs. Natascha war neugierig und bestellte einen. Kurz gesagt, sie fand ihn einfach lecker! 😀

Von dieser Seite des Hafens aus sahen wir ein paar Wohnmobile auf der anderen Seite, direkt an der Hafeneinfahrt stehen. Was uns jedoch viel mehr faszinierte war, dass wir dort auch einen T3 Bulli entdeckten. Wir stiegen also wieder ein und fuhren über die Klapp-Brücke auf die andere Seite des Hafens.
Hier entdeckten wir, speziell für Reisemobile ausgeschrieben, einen kleinen Stellplatz direkt an der Hafeneinfahrt. An dem Automaten muss man sich für 115 dänische Kronen ein Ticket kaufen und dies sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen. Nur dann darf hi genächtigt werden. Neben der Stellfläche ist eine öffentliche Toilette die genutzt werden darf. Ein Strom- oder Abwasseranschluss ist nicht vorhanden. Die Adresse des Stellplatzes lautet: Fabriksvej 31, 6960 Hvide Sande, Midtjylland /Dänemark

Wir parkten hier allerdings nur kurz, da mich der andere T3 interessierte. Ich ging einfach hin und traf einen jungen Mann, der an einem kleinen Campingtisch saß und gerade mit Essen fertig geworden war. Er sprang sofort auf und begrüßte mich mit Handschlag. Sein Name war Cornelius und er sei schon über eine Woche unterwegs, meinte er. Wir plauderten etwas über unsere Bullis und unsere Reiseerfahrungen.

Bevor die Sonne unterging fuhren wir zum Campingplatz zurück. Wir wurden freundlich empfangen und uns wurde mitgeteilt, dass wir diese Nacht die einzigen Gäste auf dem Gelände seien. Die Wahl des Stellplatzes wurde uns überlassen. Diesmal zahlten wir gleich bei Ankunft, da wir gern am Tag darauf schon früh morgens weiterreisen wollten.
Natascha navigierte mich durch die kleinen Wege auf eine Zelle die sich möglichst dicht am Waschhäuschen befand. Die Bäder waren schön beheizt und sauber. Es gab nichts zu beanstanden. Ich stöpselte noch schnell den Strom an dann machten wir es uns gemütlich. Kochen mussten wir heute zum Glück nicht wieder. Wir hatten noch zwei Portionen vom Vortag, die wir einfach aufwärmen konnten.

Ich habe in diesem Beitrag jetzt die Namen der Restaurants oder die genauen Orte der Stellplätze benannt. Mich würde von euch einmal interessieren ob ich hier noch mehr Links einfügen soll. Sollte jedes Kaffee mit der kompletten Adresse benannt werden? Sollten die GPS-Daten dabei stehen? Bitte sagt mir eure Meinung in den Kommentaren. 🙂

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