Die zweite Besichtigung – Besserung in Sicht?

Es ging alles Schlag auf Schlag. Am Wochenende fanden wir einen Bulli bei mobile.de und riefen gleich am Montag an. Da es sich um einen Händler handelte konnten wir erst in der kommenden Woche wieder wen errichen. Es war von der Karosserie und der Ausstattung her gernau so wie wir uns das wünschten. Er hatte eine vollwertige Campingausstattung, einen Dieselmotor, war ein Halbkasten-Wagen und besaß genau das Hochdach, das wir uns vorstellten.

Wir fragten nach, ob wir uns am darauf folgenden Samstag den Wagen ansehen kommen könnten und ob sie ihn so lange reservieren könnten, da wir wirklich großes Interesse an genau diesem Wagen hätten. Leider hieß es dann, dass eine Reservierung so lange nicht möglich sei und der Wagen verkauft werden würde, sollten Kunden die Woche über kommen. Als Nebensatz wurde noch eingeworfen, dass wohl schon mehrere Interessenten dagewesen waren.

Ich mobiliesierte also meinen Kumpel und Bulli-Experten „Pepe“, sprach mit meinen Arbeitskollegen ob ich am Dienstag einen halben Tag früher fahren könne (Öffnungszeiten des Händlers nur bis 16:00 Uhr!) und plante am Abend mit meiner Freundin noch mal alles durch. „Was ist wenn…?“ fragten wir uns immer wieder.

Als Pepe und ich am Dienstag bei dem Nutzfahrzeug-Händler, eintrafen, sahen wir den Bulli schon, am Zaun geparkt, stehen. Wir begutachteten ihn, ohne gleich im Verkaufsbüro Bescheid gegeben zu haben. Pepe kannte die Schwachstellen und untersuchte jede Seite und jedes Blech extrem gründlich. Von außen war schon deutlich mehr Rost zu sehen als auf den Bildern. Die Front war überall mit feinem Flugrost übersäht. Dafür war die Einfassung der Windschutzscheibe frei von Rostbeulen. Auch die Stoßstange vorne hatte nur leichte Rostablagerungen. Auf der Seite der Küchenzeile war das untere Blech stark vergammelt, die restlichen Blechnähte waren sehr gut erhalten. Auch von unten machte das Fahrzeug einen eher soliden Einndruck. Die Heckklappe allerdings hätte komplett getauscht werden müssen. Hier war die untere Kante schon so weit abgefault, dass man bei offener Klappe neben dem Schloss ins Freie schauen konnte!

Wir ließen uns den Wagen aufschließen und starteten den Motor. Er sprang an und lief nach den ersten unruhigen Malen recht ruhig vor sich hin. Auch der Qualm hielt sich in Grenzen. Was wir aber dann bemerkten war, dass Wasser durch die Heckfalz oberhalb der Heckklappe in das Fahrzeuginnere lief. Es sammelte sich links unter dem Schrank hier war das untere Holz schon weggegammelt. Im Innenraum setzte sich leider das Trauerspiel fort. Die Kunststofflampen waren zerbrochen, die Verkleidungen dreckig. Es sah einfach alles sehr verlebt aus. Wir tasteten die Verkleidung am Dach ab und bemerkten neben dem Dachfenster eine feuchte Stelle.

Das war uns alles zu viel! Wir sagten den Miarbeitern, dass wir erst gar keine Probefahrt mehr machen wollen würden. Kurz ging ich noch ins Büro und gab dem Geschäftsführer Bescheid. Ich zählte ihm die Probleme auf und sagte, dass der Preis für so einen Wagen einfach deutlich zu hoch sei.

Schade, auch dieser Besuch blieb leider ohne Erfolg! Ich danke auf jeden Fall meinem Freund „Pepe“. Mit ihm als jahrelanger Fachmann auf dem Gebiet der Bullis habe ich mich sehr sicher und gut beraten gefühlt. 🙂

5 Kommentare zu “Die zweite Besichtigung – Besserung in Sicht?

  1. Oh Mann, wenn man von Außen schon so viel Rost sieht, ist es unter dem Lack richtig übel. Um das wieder einigermaßen fit zu machen braucht man viel Zeit und/ oder Geld. Ich habe unseren damals in Berlin gekauft, obwohl ich hier nie einen kaufen wollte. Autos sind hier immer teuerer als wo anders und schlechter gepflegt. Garagen sind teuer etc. Und daher sind alle Autos dem Wetter ausgesetzt. Aber trotzdem haben wir einen gefunden der vergleichsweise günstig war und mit dem Motor und dem Hochdach das wir wollten. Wir haben etwa 11 Monate daran gearbeitet d. h. Schweißen, Lackieren, Technik wie Motor, Bremsen und natürlich der Innenausbau. Es gibt immer etwas zu machen bei alten Autos und man wird nie fertig. Geduld ist eine Tugend und die braucht man definitiv massig. Im Nachhinein wäre es vielleicht sogar günstiger gewesen einen bereits restaurierten T3 zu kaufen statt alles neu zu machen oder machen zu lassen wenn man selber keine Zeit hat oder zwei linke Hände hat. Jedoch lernt man eine Menge wenn man alles selber macht und man weiß beim nächsten kauf worauf man achten muss, weiterhin ist unser Camper nun genau nach unseren Bedürfnissen und Geschmack eingerichtet. Ich helfe euch gerne weiter wenn ihr was passendes gefunden habt. Bis dahin wünsche ich viel Erfolg und keine übereilten Entscheidungen. LG

  2. Ohje, ja leider sieht man sowas nicht immer auf den Fotos bzw es wird schön verschwiegen. Wir waren damals froh das wir unseren von privat gekauft haben. Da merkte man das der Vorbesitzer genauso viel Liebe in den kleinen dicken investiert hat, wie wir jetzt. Klar hat jeder Bus irgendwelche Schwachstellen, aber es sollte keine komplette Baustelle sein, wenn man damit sofort Abenteuer erleben will. Ihr findet noch den richtigen, wo ihr sofort wisst, das ist euer Bulli 🙂

    • Das werden wir nicht. 😉
      Wir wollen uns kommendes Wochenende vielleicht einen Bulli ansehen, in dem ein 110 PS Diesel verbaut ist. Nun sagte der Verkäufer, dass am Getriebe noch nichts gemacht wurde. Das müsste man doch tauschen (verstärken) bei dem Drehmoment, oder? Welches Getriebe bietet sich hier an? Habt ihr Ideen?

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