Skandinavien-Tour 2019

Tag 1 Anreise (Samstag)

In aller Herrgottsfrühe verstauten wir am 24.08 die letzen Sachen in Günther. Draußen war es noch frisch und absolut dunkel! Der Kühlschrank war schnell eingeräumt, auch die Kulturbeutel waren fix verstaut. Das SUP, welches ich schon am Tag zuvor verpackt hatte, schoben wir als letztes vor die Küchenzeile.

Früh am Morgen auf der A2 Richtung Hannover

Um 05:07 Uhr startete ich den Motor. Mit 80 km/h fuhren wir über die A2 und anschließend auf die A7 bis kurz vor Hamburg. Hier wechselten wir auf die A1 und hielten die Richtung bis Fehmarn bei. In Puttgarden stand die Fähre nach Dänemark, Rødby schon für uns bereit, so dass wir auch hier keine Wartezeit hatten. Die einfache Überfahrt kostete uns für zwei Personen mit Bus (bis 6 Meter Länge) 106€. Wer will kann vorab seine Reise genau planen und auf der Seite der Scandlines seine Überfahrten und Tarife buchen. Dies ist dann ein paar Euros günstiger als direkt vor der Fähre zu zahlen.

Überfahrt über die Fehmarnsundbrücke – Zahlen für die Überfahrt mit der Fähre – Überfahrt mit der Fähre

Die Überfahrt dauerte ca. 45 min. Wir hatten blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Weiter ging es auf der E47 über Lolland und Falster nach Bogø. Hier fuhren wir von der Autobahn ab und legten einen kurzen Zwischenstopp auf dem Parkplatz bei Farø ein. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf die gigantische Autobahnbrücke über den Grønsund. Im Schatten der großen Bäume am Parkplatz planten wir unseren nächsten Halt in Kopenhagen. Wir hatten uns einen Parkplatz direkt im Zentrum und am Ufer ausgesucht. Das Schloss Amalienborg auf der einen Seite und die Kleine Meerjungfrau auf der anderen Seite waren keine 800 Meter entfernt. Wir spazierten die Bredgade bis zum Nyhavn entlang und gingen dann am Kanal bis zum Ufer. In den bunten Häusern reiht sich ein Restaurant neben dem anderen auf. Draußen stehen dicht gedrängt die Tische und die Kellner stehen bereit um ihre Tagesgerichte zu empfehlen. Uns verschlug es jedoch in eine andere Lokalität. In der Hausnummer 19 des Nyhavn befindet sich die „beste Eisdiele Dänemarks“. …so hatte es mir eine Arbeitskollegin gesagt. 😉 Das selbstgemachte Eis schmeckte wirklich sehr lecker. Ob die Eisdiele nun aber irgendwelche Auszeichnungen bekommen hatte konnte ich nicht erkennen. Zurück zu Günther ging es am Ufer über den Larsens Plads.

Weiter ging unsere Reise über die Öresundbrücke. Wir hatten eine herrliche Aussicht bei diesem super Sonnenwetter. Die Maut von 62€ zahlten wir dann auf der schwedischen Seite in dänischen Kronen (450 Dkr). Wir hatten uns schon zuvor einen Aussichtspunkt am Ufer von Malmö rausgesucht um noch mal einen guten Blick auf die Brücke haben zu können. Die genaue Adresse des Parkplatzes lautet: Utsiktsvägen 10, 216 30 Malmö, Sweden. Anschließend schlugen wir unser Nachtlager auf dem benachbarten Campinplatz „Sibbarps Camping, Strand­gatan 101, 216 11 Malmö, Sweden“ auf. Bezahlt haben wir hier für eine Nacht ohne Strom 280 Skr. Begeistert waren wir von dem Platz nicht. Nun konnten wir in nur einer Nacht aber auch nicht alle Serviceleistungen testen. Uns war es nur wichtig eine Dusche und Toilette zu haben.

Tag 2 Sonntag

Um Sieben Uhr starteten wir und machten uns auf den Weg nach Ivö, einer kleinen Insel im Ivösjon, nahe der Autobahn E22 zwischen Kristianstad und Karlshamn. Wir fuhren ca. 130 Kilometer bis nach Barum und nahmen von hier die kostenlose Fähre auf die Insel. In Ivö gibt es auch einen kleinen Campingplatz „Ivö Camping Ärkebiskopens väg 10, 290 34 Fjälkinge, Sweden“. Wir fuhren allerdings zu einem kleinen Waldparkplatz im nord-osten der Insel. Die Adresse sowie Bilder des Parkplatzes fanden wir mit der App „park4night“ (absolut zu empfehlen!!!) und wollten uns diesen Ort unbedingt einmal ansehen. Allein schon das Fahren mit einer so kleinen kostenlosen Fähre machte uns neugierig…
Die Insel ist nur dünn besiedelt. Ab und an erblickten wir Häuser zwischen den Bäumen. Der Waldparkplatz war zu unserer Verwunderung jedoch gut besucht. Neben uns standen drei weitere Autos und ein weiterer VW T3 Joker dort. Ca. 100 Meter vom Parkplatz entfernt befindet sich eine kleine Lichtung mit einer Bank, Grillstelle und kleinem Sandstrand. Nur zu gerne wären wir mit Günther auf die Wiese gefahren und hätten uns direkt an das Ufer gestellt. Leider war der Waldweg, der vom Parkplatz abging, aber mit einer Schranke gesperrt. Wir bauten unsere Stühle und den Tisch also kurzerhand vor dem Bus auf und genossen die frische Waldluft. Plötzlich kamen die Bezitzer der T3 Joker aus dem Wald. Es war ein älteres Pärchen, ebenfalls aus Deutschland. Sie erzählten uns ,das sie schon vor neun Wochen auf Öland gewesen sind und diese Insel nur empfehlen können. Auf diesem Parkplatz stünden sie schon seit Montag, so erklärte mir der ältere Herr. Wir verstauten wieder alle Sachen im Bus und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Nachtlager. Ausgesucht hatten wir uns den 31 Kilometer entfernten Campingplatz „Tredenborgs Camping Plommonvägen 8006, 294 36 Sölvesborg, Sweden“.

Tag 3 Montag

Wir hatten am vorigen Abend noch recherchiert und uns etwas über Öland schlau gemacht. Ganz im Norden der Insel gibt es ein Naturreservat, den Trollskogen (Zauberwald). Es gibt drei verschiedene Wanderwege:

  • gelb: 1 Kilometer
  • blau: ca. 2,4 Kilometer, Kinderwagen und Rollstuhl geeignet
  • rot: 4,5 Kilometer
Übersichtskarte mit den unterschiedlichen Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten.

Auf ihren Wegen liegen unterschiedliche „Highlights“, wie zum Beispiel eine 900 Jahre alte Eiche, das Wrack eines 1926 gestrandeten Schoners oder bis zu 200 Jahre alte Kiefern. Große Parkplätze für Autos, Reisebusse und Wohnmobile sind gesondert ausgeschrieben.
Das Navi zeigte vom Campingplatz aus eine Strecke von ca. 270 Kilometern an. Wir verstauten unsere Sachen für die Weiterfahrt und machten uns auf den Weg. Vorbei an Karlshamn und Karlskrona folgten wir der E22 bis zu der Stadt Kalmar. Hier bogen wir rechts auf die Bundesstraße 137 ab und fuhren über die gewaltige Ölandsbron auf die Insel Öland. Die Brücke misst eine Länge von 6072 Meter und eine maximale Höhe von 36 Meter. Die Überquerung ist mautfrei. Für 88 Kilometer folgten wir der Autobahn 136 nach Norden. Die genaue Adresse des Parkplatzes lautet: Trollskogsvägen 20, 387 75 Byxelkrok, Schweden. Wir hatten uns mit unserem Bus auf den Wohnmobilparkplatz gestellt. Empfehlen können wir das Parken am unteren Ende des Platzes, unter den hohen Bäumen. Sie spenden bei strahlendem Sonnenschein angenehmen Schatten.

Nachdem wir dann den Trollskogen erkundet hatten, fuhren wir zum nördlichsten Punkt Ölands. Hier befindet sich der „Lange Erik“, ein 1845 erbauter und 32 Meter hoher Leuchtturm.

Sein Pendant steht auf der südlichsten Spitze Ölands und heißt Lange Jan.  Der Weg zum Leuchturm Lange Erik bietet sich für Reisemobile und Campingbusse zum Übernachten an. Die Straße führt keine 10 Meter von dem Meer entfernt and der Westseite der Insel entlang. Wir sahen viele kleine Haltebuchten in mitten der Natur, in denen es sich Wohnmobile, ja sogar Wohnwagen gemütlich gemacht hatten. Sie genossen den Sonnenuntergang an der wenig befahrenen Straße. Die Sicht auf die Ostsee ist einmalig!

Wir fuhren dann auf dem Rückweg einige Kilometer weiter nach Süden in die Ortschaft Byxelkrok. Nach einem kurzen Halt im dortigen kleinen Yachthafen mit vielen süßen Geschäften und Restaurants (leider waren die kleinen Lädchen schon geschlossen) und mit Wohnmobilstellplatz sowie Fährverbindung nach Oskarshamn, ging es weiter zum Baden in die kalte aber sehr erfrischende Ostsee. Hier bietet sich ein Parkplatz ca. 650m weiter südlich des Jachthafens an. Es gibt einen Steg mit Badeleitern und zwei Beach-Volleyball Felder.  

Auf dem Parkplatz grillten wir anschließend Würstchen und Burger und auch wenn es hier traumhaft schön war entschieden wir uns zur Weiterfahrt im Dunkeln und landeten auf dem Festland auf einem Campingstellplatz in Nötö/Paskallavik (Adresse lautet: Nötö Camping/Nötevägen /Kustvägen, 570 90 Paskallavik, Kalmar per App „Park4night“ gefunden). Im Stockdunkeln nahmen wir erstmal nicht viel von unserer Umgebung war uns sahen erst am nächsten Morgen wie schön der Stellplatz  auf einer Landzunge umgeben von vielen kleinen Inselchen gelegen ist. Zwischen Bäumen konnte man mit seinem Mobil (bis zu einer Länge von 8m) auch vor der Sonne geschützt stehen und zum Duschen in die daneben liegende Sporthalle gehen. Bezahlt wurde, wie so oft in Skandinavien, auf Vertrauensbasis. Das Geld sollte einfach in den Briefkasten am Vereinsheim einwerfen. Am Ufer gibt es dann noch einen Grill- und Badeplatz. Unseren Trinkwasserkanister befüllten wir an einem der Schläuche, die aus den Bäumen zu kommen schienen. 😉

Tag 4 Dienstag

Uns plagte seit unserem Reisestart das Problem mit dem Duschen- jeden Tag wollten wir nicht auf einen Campingplatz und eine Außendusche haben wir noch nicht am Bus verbaut, also wäre eine Campingdusche super, die wir aber leider im Chaos vor der Abreise nicht mehr gekauft hatten. Naja vielleicht findet man ja auf dem Weg noch ein Campinggeschäft?!?!

Wir starteten heute Richtung Norden auf der E22. Es war eine herrliche Strecke. Bei strahlendem Sonnenschein genossen wir die Leere der schwedischen Autobahnen. Teilweise waren die Straßen so leer, dass bis zum Horizont kein anderes Auto zu sehen war.

Erster Zwischenstopp war nach 82km Fahrt in Västervik- einem kleinen Städtchen mit Hafen und süßen Gassen. Ohne ernsthaft zu erwarten in dieser kleinen Stadt wirklich jetzt auf die Schnelle eine Campingdusche zu finden, schlenderten wir ein wenig durch die Läden. Aber wir wurden eines besseren belehrt: in einem gut sortierten „Intersport“ (ja den gibt es auch in Schweden ;)) fanden wir für 129 Kronen eine Campingdusche ! 😀 So schnell kanns gehen…darauf gab es dann natürlich erstmal ein großes Soft-Eis zur Feier des Tages.

Unser Rückweg führte uns nicht durch die Stadt sondern nördlich an Västerviks Golfclub vorbei über Land bis zum Naturreservat Segersgärde. Dieses Naturschutzgebiet befindet sich ebenfalls auf einer Landzunge, etwa 13km nördlich von Västervik. Es steht für ein unberührtes Stück der typischen Landschaft der Region. Ein kurzer Abstecher mit Sprung in einen schmalen Ostseearm (Adresse:  Sandgärdesvägen, 610 42 Gryt). 

Das heutige Tagesziel war dann der Campingplatz „Kust Camp Ekön“, ein 4 Sterne Platz, der in einer kleinen Bucht mit Badeplatz und eigenem kleinen Jachthafen liegt. Bei unserem Eintreffen war die Rezeption bereits geschlossen, das Einchecken funktionierte aber elektronisch am Automaten. Bezahlt wurde mit EC-Karte. Den genauen Stellplatz konnten wir auf dem Touch Screen selber wählen. Nach der Bezahlung öffnete sich ein kleines Tresorfach und die Duschkarten und Schrankenöffner wurden freigegeben. Die Sanitäranlagen auf diesem Platz wie auch die Küche waren sehr sauber und modern.

Die Sanitäreinrichtungen waren extrem sauber. Die Küche war mit hochwertigen Küchengeräten eingerichtet und liebevoll dekoriert.

Nach dem wir geparkt hatten wärmten wir uns noch zwei lecker-schmecker Dosen-Eintöpfe auf und aßen draußen vor dem Bulli- wie waschechte Camper eben ;). 

Tag 5 Mittwoch

Frisch geduscht (das würde nicht immer in diesem Urlaub so sein) ging unsere Reise schon wieder sehr früh weiter. Wir nutzen die „Park4night“-App fast für jeden unserer Stops. So hatten wir auch den nächsten Haltes schon wieder am Morgen weiter auf die E22 Richtung Norden. Bei Norrköping wechselten wir auf die E4 weiter Richtung Stockholm bis nach Södertälje. Hier ging es die letzten Kilometer auf der E20 bis nach Stockholm durch die südlichen Randgebiete bis zu einem Rastplatz, den wir ebenfalls über die App Park for night gefunden haben.  Die Adresse lautet: Askviksvägen, 136 91 Haninge. Der Weg zum Parkplatz ist allerdings etwas abenteuerlich (im Nirgendwo, vor allem nachts echt spannend zu fahren). Der Platz war deshalb so schön, weil es eine riesige hölzerne Plattform gibt, die ins Wasser ragt. 

Bei bestem Wetter verbrachten wir den Tag mit Lesen und in der Sonne liegen, SUP fahren und Duschen (mit der brandneuen Campingdusche natürlich). Apropros Duschen… so einfach wie wir es uns vorgestellt hatten war es dann doch leider nicht. Als wir den schwarzen Beutel mit unserem Trinkwasser aus dem Reservekanister befüllt hatten, mussten wir uns einen Ort zum Befestigen der Dusche suchen. Es standen zwar viele Bäume um uns herum, doch war es definitiv nicht so leicht eine geeignete Stelle mit passender Höhe zu finden.

Dieses kleine Fleckchen Natur schien bei doch so einigen Einheimischen bekannt zu sein. Wir sind nämlich leider nicht die einzigen gewesen, die die Idee hatten, bei dem herrlichen Wetter hier den Tag zu verbringen.
Als sich gegen Nachmittag die Sonne schon langsam den Baumwipfeln näherte, verflüchtigten sich nach und nach auch die anderen Besucher. Wir waren wieder allein. 🙂
Um den Tag perfekt ausklingen zu lassen bauten wir auf der Plattform den Grill auf und machten ein BBQ. Als wir schon mitten beim Essen waren kamen plötzlich zwei Männer die eine große Filmkamera am Ufer aufbauten. Wir fragten uns was denn hier wohl gefilmt werden würde. Aber da Gerrit ja keine Konversationen scheut wussten wir bald Bescheid. Eine Segelregatta vom benachbarten Yachtclub würde heute Abend hier ausgetragen und begleitend gefilmt werden. Prompt tauchten auch die ersten Boote auf und segelten direkt vor unserem Tisch umher. Es war ein unbeschreiblich schöner Abend mit klasse Unterhaltung.

Nachdem die Regatta beendet war und wir nun endgültig den Platz für uns hatten, parkten wir unseren Bus noch einmal um. Wir wollten auf der kleinen Anhöhe stehen (siehe Foto). 

Kurz nachdem wir in die Betten gekrochen waren und es mittlerweile stockfinster war tauchte plötzlich ein Auto hinter uns auf dem Parkplatz auf! Zunächst stellten wir uns tot und bewegten uns nicht (theoretisch egal, da unsere Heckscheibe getönt ist). Dann stiegen zwei Gestalten aus dem Auto und leuchteten mit Taschenlampen die Lichtung. Langsam kamen sie auch auf unseren Bus zu. Mir klopfte das Herz bis zum Hals als Gerrit plötzlich aufsprang, die Seitentür aufriss und nur in Schlafboxershorts und T-shirt rief „Hallo!“. „Hallo!“ kam es zurück „ich bin der Marwin!“ Der Marwin streckte auch gleich die Hand zur Begrüßung aus und sogleich stellte sich auch seine weibliche Begleitung vor.  Puh, was waren wir erleichtert :D. Die beiden waren den ganzen Weg bis zur Lichtung im Dunkeln gefahren und hatten hier auch nur übernachten wollen- also doch keine Gangster die Giftgas in unseren Bulli leiten wollten um uns dann auszurauben (ja sowas wird einem von den lieben Angehörigen vor der Abreise noch als kleines Schauergeschichtchen mit auf den Weg gegeben).

Tag 6 Donnerstag

Am nächsten Morgen frühstückten wir zu viert und überlegten dann was man machen könnte. Wir entschlossen uns heute Stockholm anzuschauen, da das Wetter heute nicht ganz so heiß werden sollte. Unsere zwei Neuankömmlinge wollten erstmal die Sonne genießen, da sie zuvor auf ihrer Reise (sie reisten über Norwegen nach Schweden) sehr viel Regen gehabt hatten. Von Ihnen bekamen wir aber den Tipp wo wir in Stockholm gratis parken konnten. Von unserem „Basislager“ bis Stockholm waren es 34km. Der Parkplatz liegt am Yachthafen, die Adresse lautet Hammarby Slussväg 17 in 118 60 Stockholm. 

Frühstück direkt am See mit Jasmin, Marwin, Natascha und mir. 🙂

Von dort bis in die Altstadt (Gamla Stan) waren es dann allerdings noch 2,6 km, sodass wir uns zwei E-Roller mieteten. Davon gibt es unzählige in der Stadt von unterschiedlichen Anbietern. Wir hatten welche von der Firma „Lime“. Es ist so, dass man eine App auf dem Handy installieren muss. Als Zahlungsmittel werden Kreditkarten akzeptiert. Danach kann man sofort starten und sich Roller freischalten. Es wird pro Minute Fahrtzeit abgerechnet (in Stockholm kostet es 10 Kronen zum entsperren des Rollers und 3 Kronen pro Minute).  Somit rechnet es sich eher für mutige, schnelle Fahrer (ich bin eher immer langsamer als Gerrit gefahren, da wir natürlich auch keine Helme dabei hatten und ich schon Respekt hatte vor allem an Stellen wo viel Autoverkehr war) und für Fahrten am Stück ohne absperren und neues entsperren. 

Für Stockholm bräuchte man wohl eigentlich mehr Zeit als ein paar Stunden (eher Tage) um der Stadt gerecht zu werden. Aber wir waren so im „Natur-Modus“, dass uns wenig in die Museen oder Geschäfte voll von Touristenmassen zog. So bummelten wir nur hier und da durch die Gassen, bestaunten die alten Gebäude von außen und als es zu nieseln anfing setzten wir uns in ein nettes kleines Café in Gamla Stan, das Café FIKA, in der Österlånggatan 5. 

Gegen Nachmittag fuhren wir dann nochmal Lebensmittel einkaufen und dann zurück zum „Basislager“ in die Natur. Dort war inzwischen ein weiteres Camper-Pärchen  aus Kiel mit ihrem T5 dazugekommen. Auch sie waren in unserem Alter.
Es ist immer spannend andere Camper zu treffen und die verschiedenen Autos anzuschauen. Außerdem ist es interessant zu hören was andere Reisende noch alles an Umbauten und Veränderungen geplant haben oder warum sie sich gerade für dieses oder jenes Fahrzeug entschieden haben. So hatten wir sechs erstmal viel zu bereden. Leider regnete es gegen Abend leicht und so hockten wir uns zu sechst unter den kleinen Überstand von Marwins und Jasmins Dachzelt. Da fiel Gerrit ein, dass wir noch ein Vorzelt in unserer Alubox haben. In diesem Urlaub hatten wir es noch nie aufgebaut (das letzte Mal vor einigen Monaten und unter erheblichen Schwierigkeiten auf unserer Reise an die Mecklenburgische-Seenplatte). Im Stockdunkeln und bei Regen beschlossen wir also das Zelt aufzubauen. Die Rollenverteilung war schnell klar: die drei Mädels leuchteten mit Taschenlampen und hielten Regenschirme. Wir drei Männer zupften die Zeltplane zurecht und versuchten die Stangen in die richtigen Ösen zu stecken. Auch ohne Anleitung und keine 30 Minuten später stand das Zelt und so konnten wir den Abend gemütlich und trocken verbringen. Ein bisschen war es wie früher im Ferienlager, als die Äste im Wald knackten oder ein Tier Laute von sich gab. Mitten im Gespräch sagte immer wieder einer von uns: „Psst, seid mal leise! Ich hab was gehört!“ und dann diese Erleichterung, wenn die anderen sagten: “Nein nein, das war doch nur der Wind/der Regen/ die Eule/etc.!“ 😀

Tag 7 Freitag

Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns und brachen Richtung Norden auf. Wir kämpften uns auf der E4 durch Baustellen und Staus an Stockholm vorbei bis nach Uppsala. Parken kann man z.B. auf dem Parkplatz der Helga Trefalsdighets Kyrka. Hier kann man sogar mit der EC-Karte bezahlen- praktisch wenn man mal nicht die passende Menge Kronen dabei hat. 

Uppsala ist eine sehenswerte Kleinstadt und ist geprägt von den 30.000 Studenten die hier leben (von 140 000 Einwohnern insgesamt). Vor dem Haupt-Universitätsgebäude war auch heute viel los. Wir vermuten hier aufgrund unserer begrenzten Schwedischkenntnisse aber hervorragender Beobachtungsgabe 😉 eine Mischung aus „friday for future“ und Erstsemester-Einführung. Nachdem wir uns das bunte Treiben angesehen haben ging es in die Einkaufsstraße Kungsängsgatan. Hier gibt es die gängigen Modemarken und viele Restaurants, Bars und Cafés. Schöner zum Essen ist aber eines der Restaurants am Flussufer des Fyrisån. Auch Grünflächen bietet Uppsala mit seinen Parks z.B. dem Linnéträdgården oder dem Botanischen Garten. Generell sind uns viele Blumen und Beete sehr positiv in Uppsala aufgefallen.

Nach nun einigen Tagen in freier Wildbahn brauchten wir dringend eine heiße Dusche und eine Möglichkeit Wäsche zu waschen. Es war ja nicht so das wir schon jetzt keine saubere Wäsche mehr gehabt hätten, vielmehr hatten wir ein Platzproblem mit dem Dreckwäsche-Beutel, der sich mittlerweile zu zwei großen Beuteln transformiert hatte. Wir fuhren also weiter bis nach Njurunda und zum dortigen Campingplatz namens Bergafjärden Camping AB (Adresse: Bergafjärden 230, 862 96 Njurunda). Der Campingplatz liegt ca. 23km südlich von Sundsvall und die Tageskilometer dieses Tages betrugen ganze 401km- heute hatten wir also nochmal richtig Strecke gemacht und sprachen mittlerweile immer wieder über das Thema Norwegen. Sollten wir nicht noch einmal kurz, also so ganz kurz, einen kleinen Abstecher nach Norwegen machen? Wer weiß wann mal wieder die Chance haben würden so weit oben im Norden zu sein?!

Tag 8 Samstag

Heute war wieder ein „Strecke-mach-Tag“. Wir starteten auf der  E4 bis Sundsvall und wechselten dann auf die E14 Richtung Trondheim. Schon kurz hinter Sundsvall war bereits Trondheim ausgeschildert. Teilweise sahen wir keine Menschenseele auf der Autobahn. Die monotone Fahrt durch die Wälder war entspannend und einschläfernd zugleich.

Da war es eine willkommene Abwechslung als wir zwischendurch die Autobahn verließen um eine alte Holzbrücke zu sehen, die Gerrit im Internet ausfindig gemacht hatte. Sie ist nicht weit von der Autobahn und als „sehenswert“ beschrieben. Erst dort bemerkten wir, dass die Brücke an einer Touristikstraße (schwedisch „turistvägar“)  namens Ljungandalsvägen liegt. Diese läuft parallel zur E14. Sie beginnt bei Stöde (westlich von Sundsvall) und führt 47 km (soll auf 269 km verlängert werden) später bei Borgsjö wieder auf die Autobahn. Die Thematik der Strecke umfasst die Landwirtschaft, alte Holzhäuser und Flohmärkte. Zu den Highlights zählt der Fluss Ljungan, das schöne Ljungan-Tal sowie Schwedens längste Holzbrücke (Vikbron) und die Aussicht vom 352m hohen Getberget mit Sommer-Café. 

In unserer tollen App hatten wir unser nächstes Nachtlager ausfindig gemacht. Es sollte eine kleine Bucht an einem See, weit ab von jeglicher Zivilisation sein. Die Bucht war von anderen Reisenden bereits empfohlen wurden. Bei Järpen sind wir dann also von der E14 abgefahren und nördlich auf die 336 bis Bonäshamn. Dann ging es 30 km über die unbefestigte Straße namens Huså Husåvägen. Dieser Abschnitt kam uns schier endlos vor, da weit und breit keine Häuser zu sehen waren und wir uns schon fragten, ob wir uns verfahren hätten. Doch dann kamen wir schließlich über eine kleine Brücke und bogen rechts ab auf einen schönen kleinen Strandabschnitt am Ufer des Sees Kallsjön ab. Dort wurden wir auch sofort von zwei Familien begrüßt die mit ihren Kindern das Wochenende verbringen wollten. Sie standen ebenfalls mit zwei Campingbussen direkt am Ufer. Der See ist  ganze 158 qkm groß und bis zu 134 m tief und gut zum Angeln geeignet. Wir aßen also heute am Wasser inklusive kleiner Brandung.
Die gesamte heute zurückgelegte Strecke betrug 314 km. 

Tag 9 Sonntag

Morgens wollten wir nach einem schnellen Frühstück Richtung Trondheim aufbrechen. Eigentlich. Doch Günther wollte nicht so recht starten. Nach etlichen Versuchen war die Batterie schließlich leer. Na super! Die Familien, mit denen wir am See übernachtet hatten konnten leider auch nicht weiterhelfen. Da wir ja in völliger Abgeschiedenheit standen blieb uns nur den ADAC anzurufen. Nachdem dann geklärt war wo wir ungefähr stehen (die Dame im Callcenter wollte unbedingt eine Hausnummer, die wir ihr aber beim besten Willen nicht geben konnten) warteten wir auf den ADAC-Mann. Der kam dann auch nach nur einer Stunde (wir hatten mit mehr gerechnet) und stellte, genau wie wir zuvor schon, fest, dass Luft im Schlauch zwischen Dieselfilter und Motor angesaugt wurde. Er konnte unseren Bulli dann aber doch recht leicht mit Starspray und Überbrückung der Batterie starten. Wir entschieden uns dann in Zukunft immer Startspray zu verwenden, denn eine Fahrt in die Werkstatt hätte bestimmt mehrere Tage in Anspruch genommen und das wäre wertvolle Reisezeit gewesen.  Das Problem wollten wir dann in Deutschland abschließend beheben lassen. Jetzt hieß es erstmal Batterien durchs Fahren aufladen!

Wir waren noch ziemlich frustriert von dem Problem mit der Luft im System als wie zur Wiedergutmachung mehrere Rentiere die Fahrbahn kreuzten.

Wir verließen unser Seeufer Richtung Norden und fuhren an Hamborg vorbei bis zur Bundesstraße 336. Dann hielten wir uns westlich bis wir die Grenze zu Norwegen erreichten. Mitten im Nirgendwo stand ein Grenzstein und die Richttafel für die in Norwegen erlaubten Geschwindigkeiten. Weiter ging es jetzt auf der Bundesstraße 72 bis nach Verdal. In Verdal furhen wir wieder auf die Autobahn E6 Richtung Süden bis nach Trondheim. 

Nun ja, Trondheim!
Irgendwie nicht unsere Stadt. Wir boxten uns durch den Stadtverkehr um zu sehen, dass die Stadt von der Industrie und dem Industriehafen geprägt ist. Zwischendurch gab es aber auch Straßenzüge die wie in einem Western-Film anmuteten. Was allerdings toll und zu empfehlen ist, ist der Punkt-zu-Punkt Wanderweg Ladestien, der sich entlang des Trondheimfjords über 14 km Länge auf der Halbinsel Lade erstreckt und zum Spazieren, Joggen, Fahrradfahren und Gassi-Gehen ideal ist. Einer der kostenlosen Parkplätze befindet sich vor dem Leangngard Schloss (Adresse: Lade alle 90, 7041 Trondheim). Auf dem Wanderweg liegen ein Café und ein Restaurant, welches Waffeln (Sponhuset) anbietet.

Nachdem wir uns abends noch mit Pizza und Burgern versorgt hatten wollten wir einfach nur noch Schlafen. Wir fanden einen Parkplatz, auf dem schon andere Camper standen. Der Parkplatz ist neben des Friedhofs der Kirche „Lade kirke“. Leider hatten wir nicht mit einer Wander-Baustelle gerechnet, die sich Stück für Stück in Richtung unseres Parkplatzes schob. Gegen 23:30 Uhr kamen sie direkt bei uns gegenüber an und stemmten die Straße auf. Also mussten wir nachts nochmal umziehen. Wir fuhren auf den Ormen langes vei in eine Haltebucht. Hier standen auch schon andere Reisemobile am Straßenrand.

Tag 10 Montag

Bevor wir unsere Reise fortsetzen, wollten wir gerne noch einmal duschen gehen. Wir dachten, dass es in so einer großen Stadt doch möglich sein muss in einem Schwimmbad oder Fitnessclub die Duschen benutzen zu dürfen. Wir fuhren also zum Erlebnisbad „Pirbadet“ mitten im Trondheimer Hafen. Die junge Frau an der Information gab uns allerdings unmissverständlich zu verstehen, das wir für das Duschen den vollen Eintrittspreis zahlen müssten. …dankend lehnten wir ab… Wir wollten gerade wieder das Schwimmbad verlassen, da sahen wir hinter dem großen Bauwerk ein noch größeres Schiff am Anleger liegen. Es war die Queen Elizabeth.

Günther musste unbedingt mit auf das Foto. 😀

Weiter ging unsere Fahrt zu verschiedenen Fitnessstudios (…und Norwegen hat viele davon!) Über all hieß es, dass wir eine Tageskarte kaufen könnten! Irgendwann gaben wir auf und setzten unsere Reise fort.
Es ging in einen von Norwegens Nationalparks- den Dovrefjell-Sunndalsfjella Nasjonalpark.  Auf der E6 fuhren wir erstmal in südlicher Richtung bis uns ein beißender Gestank (wie faule Eier) aufmerksam machte. Kurze Zeit später stieg dann auch Rauch unter dem Fahrersitz auf, sodass Gerrit eine Notbremsung in einer Haltebucht machen musste. Zum Einsatz des Feuerlöschers kam es dann aber doch nicht ganz, denn als wir den Sitz nach hinten schoben sahen wir, dass die Batterie (die Batterie für den Innenraum) schon buchstäblich kochte und auch z.T. ausgelaufen war. Die Klemme vom Minuspol hatte sich anscheinend durch die ganze Ruckelei im Gelände gelockert. Zum Glück war nicht die Motorbatterie betroffen und so konnten wir mit abgeklemmter Wohnraumbatterie die paar km bis zur nächsten Werkstatt zurücklegen und uns für 220 Euro (!) eine neue Batterie kaufen. Naja, immerhin war es nichts größeres und wir konnten danach weiterfahren…

Weiter ging es also auf der E6 nach Oppdal und über die Autobahn 70 Richtung Gjøra um dort dann auf den Fjellgardsvegen und die Serpentinen (in google maps heißt die Serpentinenstraße fv314) zu gelangen. Von hier hat man einen sehr schönen Ausblick über das Gebirge. 

Übernachten konnten wir auf einer Wiese neben einem Holzhaus in Gjøra (gefunden bei park for night, Adresse in google maps: Vollan Camping, 10, Rv70, 6613 Gjøra). Die Wiese liegt direkt am Flussufer. Auf der anderen Uferseite führt die Straße aus dem Tal entlang. Ein paar Straßengeräusche hört man also wenn LKWs entlang donnern. Auf dem Platz gibt es auch Hütten die man mit einem dort deponierten Schlüssel öffnen kann. Die Sanitäranlagen waren sauber und das Duschen zeitlich unbegrenzt. Bezahlt wurde per Bezahl-App bzw. kommt wohl in der Hochsaison die Besitzerin gegen 21 Uhr zum Kassieren vorbei.
Wir genossen es die einzigen Gäste zu sein und waren überglücklich über die heiße und saubere Dusche.

Tag 11 Dienstag

Am Morgen beschlossen wir heute auf der anderen Seite des Tals ein bisschen zu wandern und den Wasserfall Linndalsfallet zu besichtigen.  Wir parkten dazu direkt oberhalb des Cafés  Åmotan Jenstadhaugen Kafe. Hier ist eine Bezahlung des Parktickets nur mit Ec- oder Kreditkarte möglich. Eine Alternative ist die Mautstraße zu nehmen, so ist der Aufstieg weniger lang und beschwerlich. Da wir heute aber mal sportlich sein wollten nahmen wir den steilen Fußweg vom Parkplatz aus auf uns. Und mit steil meinen wir wirklich, wirklich steil! Gute Wanderschuhe sind ein Muss! Es geht über Wurzeln und Steinbrocken hinauf bis zum Wasserfall Linndalsfallet.

Wer noch weiter hinauf möchte kann z.B. der Beschilderung zur Gammelsetra Alm folgen und kommt irgendwann auf ein Hochplateau, auf dem 4 grasbewachsene Hütten stehen. Die Hütten sind verschlossen, Schlüssel bekommt man über den norwegischen Wanderverein DNT. Die Hütten sind mit Betten und Kochgelegenheiten ausgestattet und bieten Platz für maximal 32 Personen. Insgesamt überwindet man bei dieser Wanderung über 800 Höhenmeter. 

Wieder unten am Parkplatz angekommen, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg Richtung Autobahn. Unser Ausflug in die norwegischen Berge war zu ende. In Oppdal besorgten wir uns eine Kleinigkeit zu essen und fuhren langsam weiter um einen Platz für die Nacht zu finden. Fündig wurden wir am Ufer des Sees Mjøsa in Hamar. Dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WCs direkt am Ufer. 
Wir stellten uns neben ein paar weitere Reisemobile und ließen den Tag mit einer warmen Malzeit bei einem schönen Sonnenuntergang ausklingen.

Tag 12 Mittwoch

Das Wetter heute war nicht sonderlich gut und so nutzten wir es aus um wieder Kilometer zu machen. Angepeilt hatten wir Karlstad, im Norden des großen Vänern-Sees in Schweden.
Einige Kilometer nach unserem Start, wir waren bereits auf der Autobahn 24, da erblickte ich am Straßenrand zwei uralte, verrostete Bullis stehen. Sofort ging ich in die Eisen und drehte um. Natascha schreckte von ihrem Buch hoch, in dem sie bislang vertieft gelesen hatte.
Es waren zwei alte VW T1 die hier vor sich hin rosteten.


Es regnete die komplette Fahrt über, unsere Lust bei dem Wetter durch Karlstad zu laufen hielt sich somit auch in Grenzen. Trotzdem stiegen wir kurz aus und vertraten uns wenigstens einmal die Füße. 
Wir entschieden uns noch etwas weiter zu fahren und suchten unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe von Vänersborg. Wir fuhren die E45 auf der West-Seite des Vänern entlang. Hier hatten wir den Campingplatz „Ursand Resort & Camping“, Djupedalen 520, 462 60 Frändefors rausgesucht.
Wir kamen erst nach 19 Uhr ans Ziel, die Rezeption war bereits geschlossen! Wie bei den meisten Campingplätzen hing aber auch hier eine Telefonnummer im Fenster. Hier konnte man auch außerhalb der Öffnungszeiten einchecken. Uns wurde am Telefon der Code eines Schlosses an einem Briefkasten gesagt. In dem Briefkasten steckten mehrere DIN-A4 Briefumschläge. Jeder Umschlag hatte zwei Campingkarten und ein Informationsheft. Nun konnten wir die Schranke öffnen und uns einfach einen Platz in der Nähe des Waschhäuschens suchen.

Wir staunten nicht schlecht als wir den Umschlag öffneten. So hatten wir hier wohl einen 5-Sterne Platz gefunden! Tatsächlich waren die Küchen, Duschen und Toiletten super sauber. Aus dem Lautsprechern tönten angenehme Klänge. Wir staunten nicht schlecht als wir im Waschhaus auch einen separaten Raum mit vielen verschiedenen Spielgeräten, wie Billard oder Air-Hockey sahen.
Mit Abstecher nach Karlstad sind wir an diesem Tag ca. 412 Kilometer gefahren.

Tag 13 Donnerstag

Der Himmel klarte heute auf und so konnten wir unsere Reise ohne Scheibenwischer fortsetzen. Wir kamen nicht sonderlich weit, da unser erster Halt bereits in Vänersborg war. Gerade als wir Günther im Parkgatan 7 geparkt und uns für einen Spaziergang durch den Skräckleparken, am Ufer des Vänern, fertig gemacht hatten, da fing es wieder an wie aus Eimern zu gießen!!!
Nun hatten wir genug!
Der nächste Halt unserer Reise sollte die Stadt Trollhättan sein. Bekannt ist dieser Ort wegen der spektakulären Trollhättan-Wasserfälle. In der City kauften wir uns nun gemeinsam Gummistiefel um gut gegen das regnerische Wetter gerüstet zu sein. Ein kleines Stück weiter, ganz in der Nähe der Staumauer, parkten wir auf einem Parkplatz an der Österlånggatan 60, 461 34 Trollhättan. Da wir außerhalb der Saison die Wasserfälle besuchten blieb und das Spektakel leider verborgen. Trotzdem ließ das schroffe und felsige Flussbett die tosenden Wassermassen richtig erahnen.

Wir folgten dem Göta-Kanal auf der E45 Richtung Göteborg. Kurz bevor sich die E6 von Oslo und die E45 treffen, machten wir einen kleinen Abstecher zu der alten Festung Bohus. Parken kann man direkt am Fuße der Festung (Holmgången, 442 31 Kungälv). Bis zum Jahr 1658 verlief hier die Grenze zwischen Schweden und Norwegen. Die Festung war damals als norwegische Grenzsicherung von erheblicher strategischer Bedeutung. Heute kann die Festung besichtigt werden. Allerdings muss man hierfür auch recht tief in die Tasche greifen.
Direkt auf der anderen Seite des Flusses sahen wir einen Tank-Park für Teslas. Hier standen über 12 Tanksäulen! Die Pendler konnten hier ihre Elektro-Autos an einer Tanksäule abstellen und dann mit dem öffentlichen Nahverkehr nach Göteborg fahren.

Übernachtet haben wir dann im Yachthafen von Fiskeback (Hälleflundregatan 105, 426 58 Västra Frölunda), leicht südlich von Göteborg. Das Gelände lässt sich frei befahren und parken kann man hinter einem kleinen Wall direkt am Meer. Eine öffentliche Toilette ist vorhanden. Neben uns verbrachten hier noch zwei drei weitere Reisemobile die Nacht. Der Wind war gegen Nachmittag so stark aufgefrischt, dass viele Surfer von hier aus starteten. Ich war etwas traurig, dass ich meine Surfsachen nicht dabei gehabt hatte.

Tag 14 Freitag

Götbeborg sollte uns in besonderer Erinnerung bleiben- aber mal von Anfang an: Wir erreichten Göteborg am späten Vormittag und beschlossen, da es nur regnete, nicht noch länger hier zu bleiben (sonst wären noch die Schären auf dem Programm gestanden). Bis zur Fährüberfahrt nach Dänemark wollten wir noch ein wenig die Stadt erkunden. Bei der Fährgesellschaft Stena Line besorgten wir uns Tickets für die Fähre am späten Nachmittag. So blieben uns noch  gut 4 Stunden für einen kleinen Stadtbummel. Ganz besonders schön fanden wir das HAVA-Viertel, welches mit seinen alternativen Cafés und kleinen Boutiquen sowie den malerischen Holzhäuschen einen Kontrast zum sonst großstädtischen Flair bietet.  Die Preise in den Cafés sind allerdings, wie fast überall in Skandinavien, saftig. Dennoch kommen hier die Vegetarier und Veganer mal wieder auf ihre Kosten.

Das Cafe Kringlan in dem Stadtteil Haga in Göteborg

Sehenswert fanden wir auch den Second Hand Laden Emmaus Björkå (Linnégatan 9).  Hier gibt es wirklich aus allen Jahrzehnten Schönes und auch Skuriles zu bestaunen und/oder auch zu kaufen. Es gibt hier übrigens nicht nur Kleidung, sondern auch Deko Artikel und Bücher.

Wer einen Blick über die Stadt erhaschen möchte kann dies auf der Aussichtsplattform in 86 Metern Höhe des Skanskaskrapan tun. Der Eintritt in das Bürogebäude beträgt 40 SEK und es bietet sich einem ein toller Blick über den Hafen und den Schärengarten von Göteborg. 

Da die Zeit bis zum Ablegen der Fähre nun immer näher rückte, beschlossen wir uns auf den Rückweg zum Hafen zu machen. Geparkt hatten wir auf dem Parkplatz neben dem Fähranleger. Wir waren noch nicht ganz am Bulli angekommen, da sah ich das die Beifahrertür offen stand. Für eine Millisekunde dachte ich, das ich einfach die Tür offen gelassen hatte. Leider war dies aber nicht der Grund… Wir kamen näher an den Bus heran und sahen, dass die Scheibe der Schiebetür eingeschlagen worden war. Der Schock war groß, hatten wir doch Wertsachen wie Laptop und Drohne immer im Bus verstaut und nicht mit in die Stadt geschleppt. Jeder bei dem schon einmal eingebrochen wurde weiß, wie man sich ekelt, wenn man sich vorstellt wer da in den persönlichen Sachen herumgewühlt hat. Der Bus sah wirklich schlimm aus, überall Scherbensplitter, zerwühlte Schubladen und Fächer. Letztendlich war es so, dass die Diebe wohl nicht genügend Zeit gehabt hatten, denn Laptop und Drohne hatten sie im Versteck nicht gefunden. Dafür fanden sie mein Zweit-Portemonnaie mit einigen Karten darin (inkl. Perso) und meinen Fahrzeugpapieren (nicht von Günther sondern von einem anderen Auto) und natürlich noch einige Euros. 

Erst versuchten die Einbrecher die Beifahrertür aufzubrechen. Allerdings ohne Erfolg! Den Schaden hatten wir trotzdem. Die Tür ließ sich für die restliche Reise nicht mehr benutzen!

Nachdem unser logisches Denken wieder funktionierte beschlossen wir die Polizei zu informieren, damit wir überhaupt etwas für die Versicherung in der Hand hätten. Das ist in Schweden aber gar nicht so einfach. Bei der Hotline (nicht der Notruf, sondern die Nummer für alle anderen Nicht-Notfälle, die die Polizei betreffen) teilten Sie uns mit, dass die schwedische Polizei nicht für Einbrüche in Autos ausrückt. Man müsse in ein Polizeirevier gehen und dort Anzeige erstatten. Klasse, nur das das nächste Revier am anderen Ende der Stadt hinter diversen Baustellen lag! Und außerdem sollte die Fähre in einer halben Stunde ablegen! Also gingen wir zurück zum Ticketschalter der Fährgesellschaft. Zum Glück hatten wir eine nette Kundenbetreuerin (Ingrid ;)), die ganz verständnisvoll war und die Fahrt erstmal stornierte. Danach fuhren wir bis zum Polizeirevier, klebten auf dem Parkplatz noch schnell die Scheibe mit einer Mülltüte ab und machten unsere Anzeige. Das hat gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert, da der Polizeibeamte zwar sehr nett war, aber einer der Menschen, die unglaublich langsam mit nur zwei Fingern tippen. 

Niemals eine Reise ohne Panzertape! 😀

Wir hatten zwar jetzt alle Formalitäten erledigt, doch gut ging es uns noch lange nicht. Wie sollen wir jetzt ohne Scheibe bis Dänemark kommen? Die Fährüberfahrt auf dem Autodeck würde ja noch gehen, aber danach ohne Scheibe weiterfahren ?!?! Das ganze war natürlich auch ausgerechnet an einem Freitagnachmittag passiert, sodass die Werkstätten erstmal 2 Tage nicht zu erreichen sein würden.  Aber Gerrit ließ nicht locker und schilderte bei Facebook in diversen Gruppen unser Problem. Ich dachte zuerst, dass würde doch eh nichts bringen, jedoch ich wurde eines besseren belehrt. Es meldete sich tatsächlich jemand mit einem T3 Seitenfenster. Er wäre zufällig am Samstagmorgen in Göteborg und könne uns dann schnell die neue Scheibe einbauen. Er hieß Ola und schlug vor, dass wir uns am Morgen treffen könnten. Er würde uns zu einem guten Preis das Fenster einbauen. Das sei eine Kleinigkeit und schnell erledigt, sagte er.  Wir hatten Glück im Unglück! Als letzte organisatorische Aufgabe für heute galt es jetzt noch die Versicherung zu informieren und mir fiel noch ein, dass man fragen könnte, ob sie eine Hotelübernachtung bezahlen würden. Ich hatte wenig Lust in einem halb offenen Bus zu schlafen. So kam es, dass wir diese Nacht im Quality Hotel Panorama (Eklandagatan 51-53) verbrachten, wo Günther sicher auf einem bewachten Parkplatz stehen konnte. Wir machten das Beste aus der Situation und verbrachten den restlichen Abend im Hotel-Spa und aßen später noch im hoteleigenen Restaurant.

Tag 15 Samstag

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Hotelbüffet (übrigens für Veganer ein Geheimtipp!) checkten wir aus und fuhren mit Günther zu der Werkstattadresse die uns der liebe Ola, unser Retter, zuvor genannt hatte. Wir fuhren ca. 13 Kilometer bis in den südlich von Göteborg gelegenen Vorort Eklanda.

Ein bisschen mulmig war es uns schon als wir die kleinen, menschenleeren Straßen des Industriegebietes nach der Halle durchsuchten. Was, wenn uns da doch nur einer übers Ohr hauen wollte? Das hörte sich alles fast schon zu gut an, um wahr zu sein.

Doch es war wirklich so wie verabredet. Ola war super nett und baute in nur wenigen Minuten den alten Scheibenrahmen aus und eins von seinen gebrauchten Fenstern ein. Beim T3 geht das zum Glück alles ganz gut ohne große Werkzeuge, nur mit ein paar Plastikkeilen zum Raushebeln des alten Rahmens und einem alten Stromkabel um dem neuen Fenster Führung zu geben. Schön, dass man immer wieder auf so hilfsbereite Menschen trifft!

Der Weiterfahrt stand nun nichts mehr im Wege! Also ab zur Fähre! Wir freuten uns sehr, dass ausgerechnet Ingrid heute wieder am Schalter saß. Sie konnte sich an uns erinnern und kannte die Geschichte schon. Womit wir nicht rechneten: sie erließ uns 40 Euro die wir bezahlen hätten müssen, da die jetzige Fährverbindung teurer gewesen wäre.  

Die Überfahrt nach Frederikshavn dauert ca. 3 Stunden und 15 Minuten. Auf der Fähre gibt es einen duty free shop, ein Restaurant (das Buffet kostet hier 29 Euro/Person) und eine Spielhalle (mit Glücksspielautomaten). Wer wie wir keinen Platz reserviert hat, muss auf einen der wenigen Sitzplätze im Innern hoffen oder sich draußen hinsetzen. Es wird anscheinend so kalkuliert, dass die Passagiere entweder essen gehen oder Sitzplätze reservieren. W-lan gibt es gegen Gebühr.

Als wir die Fähre verließen fuhren wir auf der 40 in nördlicher Richtung bis nach Skagen und bogen hier Richtung Nordsee ab. Nach ca. 42 Kilometern auf dänischem Boden erreichten wir unser Nachtlager für heute. Wir übernachteten fast direkt am Strand auf einem Parkplatz direkt neben dem „Skagen Cross Klub“ (Buttervej in 9990 Skagen).  Wir fühlten uns schon wieder fast wie in der Heimat. Hier in Dänemark sah schon wieder alles so vertraut aus. Auch waren die Entfernungen nicht mehr so gigantisch wie in Schweden oder Norwegen. Von Skagen bis nach Hannover erschien es uns wie ein Klacks zu sein.

Tag 16 Sonntag

Die Ausflugsziele für heute waren der Treffpunkt von Nord- und Ostsee in Grenen, der wohl bekanntesten Landzunge und die größte Wanderdüne Dänemarks. 

Parken in Grenen kann man auf dem großen Parkplatz in der Straße Fyrvej 40, 9990 Skagen vor dem Grenen Kunstmuseum. Die Parkplätze sind in der Nebensaison kostenlos.
Obwohl wir schon recht früh (08:45 Uhr) auf dem Parkplatz eintrafen, waren wir nicht die ersten. Einige Camper schienen hier übernachtet zu haben. Wir schlüpften in unsere Gummistiefel und spazierten los. Der Fußweg durch die Dünen bis zur Spitze Dänemarks sind ca. 850 Meter. Weiter geht es dann aber auch wirklich nicht mehr! Auf jeden Fall genossen wir den Moment ganz oben an der Nord- und Ostsee zu stehen. Noch waren nicht viele Menschen unterwegs, maximal die Camper trieben sich hier und da bereits am Strand umher.

Die Spitze erreichten wir kurz nach 09:00 Uhr. Auf einmal sahen wir einen Traktor mit großem Anhänger auf uns zukommen. Der Hänger sah aus wie ein Bus! Viele Menschen saßen in ihm und wurden mit dem Traktor über den Strand bis kurz vor die Landzunge gefahren. Wir staunten noch immer als alle Reisenden aus dem Hänger stiegen und sofort Richtung Spitze stürmten um Fotos zu machen. Schnell gingen wir wieder zurück zu Günther. In diesem Massentourismus wollten wir nicht stecken. Auf unserem Rückweg kam uns bereits der zweite vollbesetzte Traktor entgegen…

Wir bauten in herrlichstem Sonnenschein unseren Campingtisch und die Stühle auf und frühstückten jetzt erstmal ausgiebig auf dem Parkplatz. Auf einmal sahen wir einen zweiten T3 aus Deutschland. Gesprächsthemen waren schnell gefunden. 😀
Anschließend traten wir langsam aber sicher unsere Rückfahrt Richtung Heimat an. …ein komisches Gefühl…

Jetzt ging es noch zur Wanderdüne Råbjerg Mile. Sie liegt am südlichen Ausgang von Skagen, umfasst eine Fläche von ca. 2 qkm und ist an der höchten Stelle ca. 40 Meter hoch. Jedes Jahr bewegt sich die Düne um ca. 15 Meter Richtung Nordost. 
Uns war schon bewusst das wir auf einen riesengroßen Sandhügel treffen mussten, doch das man auf der Düne regelrecht wandern kann übertraf unsere Vorstellungen. Viele Touristen waren hier unterwegs und genossen die Aussicht, sowie die endlosen Weiten des Sandes.

Anschließend fuhren wir Richtung Hirtshals und dann die E39 bis nach Aalborg. Es war zwar bereits 16 Uhr, trotzdem legten wir einen weiteren Halt ein um uns die Stadt genauer anzuschauen. Wir hatten im Internet von kleinen Gassen mit bunten Häusern und Blumen gelesen, die wollten wir nun auch finden. Die Innenstadt war leider wie ausgestorben. Kein Wunder, an einem Sonntag haben die Geschäfte nun mal nicht geöffnet! Schließlich fanden wir zwei der Gassen. Leider wirkte es wegen des verregneten Wetters nicht wie erhofft.

Von Aalborg aus fuhren wir auf der A45 weiter nach Süden bis wir dann auf der 29 und der 11 um den Limfjord herum zu unserem heutigen Nachtlager gelangten. Natürlich haben wir diesen Halteplatz auch wieder mit der App „park 4 night“ entdeckt. Bevor wir jedoch dort eintrafen, machten wir noch einen kurzen Halt auf einem Parkplatz direkt am Limfjord. Wie sich herausstellte war es eine Informationshütte für das ca. 6.000 Hektar große unter Naturschutz stehende Feuchtgebiet „Vejlerne“.
Aufgrund der hier brütenden und rastenden Vogelarten gilt es als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung. Zu den seltenen hier vorkommenden Vogelarten gehören Rohrdommel, Graugans, Trauerseeschwalbe, Seeadler und Wanderfalke, Kraniche und Löfflerkönnen beobachtet werden. Außerdem leben hier Fischotter.

Das Informationszentrum „Bygholm Vejle Information“. Kostenlose Toiletten gibt es hier auch. 🙂

Das Ende des Schotterweges am Leuchtturm Grisetåodde (Gl Færgevej 2, 7600 Struer) erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang um 20 Uhr. Schnell sprangen wir aus dem Bus um fix noch ein paar tolle Fotos einfangen zu können.
Geradezu malerisch wacht der kleine aber feine Leuchtturm mit seinen gerade einmal 8 Metern Bauhöhe über den Limfjord. Er steht in der Nähe der Straßenbrücke Struer – Thistedt. Dieser Bereich wird als Oddesund bezeichnet, und so ist auch gelegentlich dieser Name für den Turm zu lesen. Das Leuchtfeuer markiert die westliche Einfahrt des Fjordes.

Tag 17 Montag

Heute wollten wir spätestens am Mittag Blåvand erreichen. Aus diesem Grund starteten wir, wie sollte es anders sein, mal wieder sehr früh. Es war ein sehr nebliger Morgen, wir hofften jedoch wieder auf blauen Himmel. Den ersten Halt machten wir bei unserem Lieblings- Hotdog Laden in Hvide Sande. Hier gibt es sogar vegetarische Hot Dogs für mich (jetzt schreibt wieder Natascha). Der Laden heißt „Iscafeen“ in der Stormgade 4, 6960 Hvide Sande. Dieses Mal gab es als „Nachtisch“ noch einen Cappuccino im stylischen Westwind Surf Cafe im Tungevej 8. Hier gibt es Surfbedarf und Mode der bekannten Surf Marken sowie Dekoartikel und Accessoires. 
Der Nebel hatte sich tatsächlich verzogen und die Sonne kam durch. Im Hafen legte gerade ein alter Fischkutter mit Touristen zum Angeln ab.

Unser letzter Halt war in Vejers. Genauer, am Autostrand von Vejers. Seit unserer ersten Bulli-Tour im vergangenen Herbst wollten wir mit unserem eigenen Bus dort einmal stehen.
Viele Autos und Reisemobile standen hier in sicherem Abstand zur Nordsee. Einige hatten ihre Campingstühle aufgebaut und sonnten sich dick eingepackt, andere parkten hier einfach und gingen mit ihren Hunden spazieren. Wir suchten uns einen schönen Platz und bauten ebenfalls unsere Stühle und den Tisch auf. …herrlich!

In Blåvand war unser Ziel das Hvidbjerg Strand Superior Camping & Resort. Ein Campingplatz, den Gerrit noch aus Kindertagen als ganz kleinen Campingplatz kennt, der sich aber über die Jahre zum einzigen 6 Sterne Campingplatz Europas entwickelt hat. Hier gibt es normale Stellplätze, Luxus- Stellplätze (also eine Vierer-Parzelle mit einem in vier Teile geteiltes Sanitärhaus, sodass jede Parzelle ihr eigenes Badezimmer hat), Stellplätze mit eigenem Jacuzzi und Pfahlhütten in einem kleinen See. Zum Angebot zählen ein großes Spaßbad sowie eine Sauna- und Wellnesslandschaft (in der Nebensaison Mo-Do für je 3h freier Eintritt), ein Angelteich, ein Reitstall und eine Trampolinhalle. Am Eingang findet sich außerdem ein gut sortierter Kaufmannsladen, eine Pizzeria und ein Fischrestaurant. Und das schöne ist, das trotz dieses großen Angebots immer noch eine familiäre Atmosphäre herrscht. Sicher, zur Hauptreisezeit mag es auch hier überfüllt sein, aber jetzt in der Nebensaison war es wirklich schön, z.B. bei Regenwetter die Wellnesslandschaft kostenlos zu nutzen und auch die Kinder können sich bei schlechtem Wetter in der Trampolinhalle austoben oder reiten gehen. Die Sanitäranlagen sind zwar nicht überall auf dem Platz ganz modern, aber stets sauber. Die Küchenhäuser bieten wirklich viel Platz zum kochen und gemütlichen Sitzen.

Hier verbrachten wir noch die letzten Urlaubstage gemeinsam mit Gerrits Eltern, die extra für ein paar Tage mit ihrem Wohnwagen uns entgegen gekommen waren. Wir machten kleinere Ausflüge z.B. zum Pilzsammeln in den Wald, Shoppen in Esbjerg oder zum Spazieren am Henne Strand.  Die letzten Tage waren so ganz anders als der Rest der Reise, da wir jetzt mehrere Tage lang zumindest abends immer wieder an den gleichen Ort zurückkehrten. Aber auch das war schön und bereitete uns auch irgendwie langsam auf die bevorstehende Heimkehr vor.

Zum Abschluss noch ein kurzes Wort in eigener Sache…
Bitte entschuldigt das es sich mit diesem Beitrag etwas verzögert hatte. Während des Schreibens in den letzten Wochen haben Natascha und ich uns leider getrennt. Ab jetzt geht jeder von uns eigene Wege. Trotzdem war es ein wunderschöner und unvergesslicher Urlaub. Für uns beide! 🙂

Ein Kommentar zu “Skandinavien-Tour 2019

  1. Mal wieder ein echt toller Bericht mit schönen Fotos!
    Mein Herz schmilzt, wenn ich von Skandinavien höre oder lese.

    LG…Ingo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: