Landstrom-Anschluss – die Qual der Wahl

Ein Jahr habe ich nun meinen Günther. Ein Jahr bin ich ihn zwar mit Zweitbatterie, aber ohne Landstrom-Anschluss gefahren. Das heisst, die Batterien ließen sich bislang immer nur über die Lichtmaschine laden. Letztes Jahr auf der Skandinavien-Tour zog es mich immer recht schnell weiter. Das hatte zum einen den Grund, dass ich möglichst viel von der Landschaft sehen wollte, aber auch weil ich Angst hatte zu viel Strom zu verbrauchen, sollte ich mal länger als ein oder zwei Tage an einer Stelle stehen.

Nun stand ein Landstrom-Anschluss, neben vielen weiteren Sachen, schon länger auf meiner Liste. Die letzten Tage und Wochen beschäftigte ich mich sehr ausgiebig mit diesem Thema. Ich wusste schon vor einem Jahr das ich keinen großen CEE17 Einspeisungsstecker verbauen wollte. Vielmehr suchte ich etwas kleines, unauffälliges. Fündig wurde ich bei der Marke DEFA. Hier wird ein „Miniplug“ angeboten. Ebenfalls für maximal 250 Volt ausgelegt, jedoch nur mit meinem Durchmesser von 24mm!

Links: CEE-Einspeisungsstecker – Rechts: DEFA-Miniplug

Das DEFA SafeStart Anschluss-Set mit 2.5m Kabel gibt es für 44€ bei Koberger. Plus Versandkosten und Steuern kommt man hier auf genau 50€.
Ich hatte mir überlegt das Anschlusskabel durch den Motorraum bis unter die Rücksitzbank zu führen. Hier wollte ich den Sicherungskasten mit dem FI-Schutzschalter und den beiden 16A-Sicherungen verbauen. Leider musste ich feststellen, dass die Länge von 2.5m hier nicht ganz ausreicht. Bei Toom habe ich mir also noch 3 Meter Silikonkabel mit 1,5 Quadrat und drei Adern gekauft. Hier kostete der Meter 3,99€. Nun musste ich noch das Silikonkabel und das Ende des Miniplugs abisolieren, was sich gar nicht als so einfach erwies… Also das Silikonkabel war nicht das Problem, anders sah es bei dem Miniplug aus. Hier musste ich mit einem Seitenschneider das dick ummantelte Kabel direkt vor der Buchse abtrennen und die Aluminiumummantelung ca. 10cm abwickeln. Dann auch hier das Ende des freigelegten Kabels abisolieren. Nun habe ich die drei Adern des Silikonkabels mit den drei Adern des Miniplug-Kabels mittels Kabel-Quetsch-Verbindern zusammengefügt. Vor dem Verquetschen schob ich noch einen Schrumpfschlauch mit 5mm Durchmesser über jede Ader, den ich anschließend mit einem Feuerzeug erhitzte.

Links: Stoßverbinder 1,5 Quadrat – Rechts: Schrumpfschlauch 5mm Durchmesser

Nun habe ich über alle drei Adern zusammen noch einen Schrumpfschlauch gemacht. Diesen Schrumpfschlauch habe ich dann komplett mit Isolierband umwickelt und zum Schluss noch einen Schrumpfschlauch drüber geschoben. Weniger hätte sicherlich auch gereicht, doch sicher ist sicher. 😀

Nun habe ich neben der linken Rückleuchte mit einem feinen Bohrer eine Zentrierbohrung gemacht. Anschließend mit dem Stufenbohrer vorsichtig bis auf einen Durchmesser von 24mm aufgebohrt. Kontrolliert habe ich den Durchmesser immer mit einem Messschieber. Nach dem Bohren habe ich das scharfen Kanten etwas mit einer Feile entgratet und auf das Blech etwas Lack meiner Autofarbe und einem kleinen Pinsel aufgetragen.

Einbringen der Bohrung

Nachdem der Lack getrocknet war konnte ich das Kabel durch die Bohrung schieben. Vorher befestigte ich noch die kleine Montageplatte mit der Nut direkt hinter der Klappe des Steckers.
Bevor ich nun von hinten die mitgelieferte Mutter mit Sicherungsring auf den Anschluss drehte, spritzte ich mit ein wenig durchsichtigem Silikon die vordere Montageplatte ab. Einerseits schützt es zusätzlich noch mal gegen eindringende Feuchtigkeit, andererseits hält es den Anschluss in der Bohrung fest ausgerichtet. Das Kabel legte ich dann durch den Motorraum und befestigte es mit Kabelbindern an bereits verlegten Kabeln.

Nun ging die Arbeit im Inneren des Busses weiter.
Den Sicherungskasten wollte ich gerne unter der Rücksitzbank verbauen. Also isolierte ich das ankommende Kabel ab und legte die drei Adern frei. Ich habe euch hier mail eine Anschlussskizze gezeichnet, ich hoffe man kann sie verstehen. Sollten Fragen auftreten, dann bitte einfach in die Kommentare damit. 🙂

Nach langem Suchen fand ich endlich den perfekten Platz für das Ladegerät. Dank seiner geringen Maße konnte ich es perfekt an der Außenwand hinter der einen Küchenschublade montieren. Hierzu musste ich nur die beiden Schubladen ausbauen. Die Zuleitung führte ich aus der Abzweigdose unter der Rücksitzbank hinter der Verkleidung neben dem Küchenschrank hoch bis zu der Zuleitung für das Gas, dann hinter den Kühlschrank, und von hier aus weiter hinter die rechte Schublade. Hier montierte ich noch eine kleine Abzweigdose, von wo aus ich einmal direkt an den 220 Volt Anschluss des Kühlschranks ging und einmal weiter zum Ladegerät.
Ich bin letztendlich zufrieden mit meiner Arbeit. Getestet habe ich auch schon alles.
Wenn ihr Fragen zu weiteren Einzelheiten habt, dann schreibt diese gerne in die Kommentare zu diesem Artikel.

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