Warum?

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Hallo und herzlich willkommen auf unserem Blog.

Warum wir hier noch einen Blog über das Campen und Reisen eröffnen? Ganz einfach, wir teilen nicht nur die Erfahrungen von den Reisen mit euch, wir möchten euch hier auch am kompletten Entscheidungsprozess, bis hin zum Kauf des Campers teilhaben lassen. 🙂
Außerdem ist es für uns eine Art „Tagebuch“. So können wir selber unsere vergangen Erlebnisse immer wieder lesen und uns die Fotos ansehen.

Über eure Kommentare, Meinungen, Fragen und Verbesserungsvorschläge würden wir uns sehr freuen.

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Als wir endlich von unserem Kumpel das „Okay“ bekamen und Günther zu ihm in die Halle bringen durften, da standen nur ein paar wenige Sachen auf unserer To-Do-Liste. Es sollte ein neues Getriebelager verbaut, der Dieseltank und die Schaltstange getauscht, eine neue USB-Buchse und der Gaswarner angeschlossen werden.

Als unser Bulli dann auf der Bühne stand mussten wir feststellen, dass in den vergangenen 30 Jahren wohl noch nicht ein Vorbesitzer etwas getauscht oder ersetzt hatte. Die Federn hatten ihre besten Jahre hinter sich. Die Stoßdämpfer waren komplett durch!

Da wir schon einmal dabei waren, beschlossen wir auch gleich die Federn und Dämpfer zu tauschen. Nach einigem Vergleichen und den Empfehlungen unseres Freundes, entschied ich mich für die verstärkten Schraubenfedern von SPIDAN. Gekauft habe ich alle vier Federn bei TK-Parts. Angeboten werden die Federn separat in einem Satz für vorne für 69,90€ (Link hier) und einem Satz für hinten, ebenfalls für 69,90€ (Link hier). Bei den Stoßdämpfern habe ich mich für die Bilstein B4 für den Transporter entschieden. Für die Vorderachse habe ich diese bei eBay für 79,40€ erstanden (Link hier). Die hinteren Dämpfer sind ebenfalls die Bilstein B4 und kosten 94,90€ bei eBay (Link hier). Den Diesel-Tank mussten wir leider tauschen, das stand schon vorher fest. Einer der Vorbesitzer hatte zum Befestigen der Halter unter dem Tank zu lange Schrauben verwendet. Diese durchbohrten den Tank und ließen an einer Stelle minimal Diesel austreten. Das wollten wir so nicht länger lassen und entschieden uns den Tank komplett zu tauschen. Vielleicht hätte man die Stelle auch irgendwie abdichten können, doch nach 30 Jahren kann dann auch mal ein neuer Tank her. Auch hier haben wir wieder eBay genutzt. Empfehlen können wir den Dieseltank von ATP-Autoteile. Die Qualität ist absolut super und der Preis ist mit 81,94€ auch unschlagbar gut (Link hier).

Die „Fahrwerksbuchse Zugstrebengummis“ (116,90€), sowie „Fahrwerksbuchse für Querlenker vorn innen unten“ (50,40€) und die „Buchse Getriebelager“ (49,40€) haben wir auch gleich tauschen lassen. Alle drei Teile habe ich bei Jens von Hansen-Motorsport gekauft. Wenn hier seit 30 Jahren nichts getauscht wurde, dann ist das Geld wirklich gut investiert.

Einen Tag später ereilte uns dann die nächste Hiobsbotschaft von unserem Freund. Für den Stabi brauchten wir noch neue Koppelstangen da die Alten völlig verrostet waren. Für 39,80€ kaufte er diese für uns, ebenfalls bei eBay.

Eine weitere Baustelle waren die Bleche an der Zugstrebenaufnahme. Als Günther auf der Bühne war sahen wir, dass die Bleche komplett durchgerostet waren und neu geschweißt werden mussten. Passende Reparaturbleche waren schnell gefunden. Wir kauften sie bei Finns 78 Motors für je 21,00€ (zwei Bleche werden benötigt). Dank einer klasse Arbeit unseres Freundes sieht die Zugstrebenaufnahme nun wieder wie neu aus. 😊

Detaillierter möchte ich in diesem Beitrag gar nicht auf die Reparaturen eingehen. Solltet ihr Fragen zu einzelnen getauschten Teilen haben, dann schreibt bitte einfach ein Kommentar unter diesem Beitrag. Danke. 😊

Tag 1 Anreise (Freitag)

Günther hatten wir bereits die Tage zuvor gepackt. So mussten wir am Freitag nur noch den Kühlschrank zuhause leer räumen und die letzten Sachen in den Kulturbeuteln verstauen. Dann ging es los… Bewusst entschieden wir uns für die längere, kilometermäßig jedoch kürzere Strecke über Land. Wir wollten nicht einen Kilometer Autobahn fahren. So führte uns unsere Route nördlich von Celle, auf der 191 durch die Südheide, durch Uelzen, weiter durch den Naturpark „Elbhöhen-Wendland“ bis an die Elbe. Hier legten wir an der ehemaligen Eisenbahnbrücke unsere erste Pause ein. Die Elbbrücke Dömitz war eine 986 Meter lange Eisenbahnbrücke über die Elbe und gehörte zu den längsten Strombrücken Deutschlands. Das teilzerstörte Bauwerk liegt bei Dömitz und war Teil der Bahnstrecke von Wittenberge nach Lüneburg. Da wir bislang noch nichts gefrühstückt hatten und uns die Mägen knurrten, versorgten wir uns erst einmal mit frisch geschmierten Broten. Nach der Überquerung der Elbe verließen wir die 191 und bogen rechts, Richtung Lenzen ab. Wir durchquerten den Naturpark „Elbtal“, fuhren auf der L13 bis Meyenburg und bogen dann nach Norden Richtung Ganzlin ab.

Als wir endlich unser Ziel, den Campingplatz „Zwei Seen, Waldchaussee 2, 17209 Zislow“ erreichten, freuten wir uns auf einen Stellplatz direkt am Ufer. …so unsere Vorstellung! In der Realität sah es leider so aus, dass der Platz fast komplett ausgebucht war. Die Stellplätze am Wasser seien schon seit Monaten reserviert und vergeben gewesen, so sagte man uns in der Anmeldung. Klar, Deutschland hat Osterferien! Aber das es so voll werden würde hätte ich nicht gedacht. Ein Stellplatz im „Hinterland“ stand noch zur Verfügung.

Enttäuscht beratschlagten wir uns. Auf dem Weg hierher hatten wir einen zweiten Campingplatz gesehen. Er lag nur 5 Minuten entfernt, an derselben Straße. Telefonisch erkundigten wir uns hier nach der Stellplatz-Situation. Wir sollten Glück haben, angeblich sei noch genau ein Platz in Wassernähe frei. Sofort drehten wir um und fuhren zum Campingplatz „Wald- und Seeblick Camp, Waldchaussee 1, 17209 Zislow“. Tatsächlich war noch genau ein Platz am Ufer frei. Wir entschieden uns dazu, das erste Mal unser Vorzelt aufzubauen. Wir kramten also den schweren Sack heraus und verteilten alle Sachen vor dem Bulli. …wo sind die Heringe? F…ck! Wie sollte das Zelt ohne Heringe halten? Spontan ging ich zu unseren Nachbarn und fragte ob sie uns welche leihen könnten. Gerd kam sofort mit Heringen und einem Hammer zu uns. Gemeinsam versuchten wir das Zelt aufzubauen. Wir waren fast am Verzweifeln, doch eine gute Stunde später hatten wir dann alle Varianten die Stangen einzuziehen ausprobiert. Das Zelt stand! Tisch raus, Stühle raus, Grill aufgebaut und der Abend konnte beginnen- mit einer Bratwurst und herrlichem Blick auf den Plauer See.

Tag 2 Samstag

An unserem ersten Urlaubstag haben wir uns erst recht spät aus den Federn bequemt. Gegen halb Zehn hatte ich den Tisch gedeckt und bereits frische Brötchen vom platzeigenen Kiosk organisiert. Nach einem Frühstück unter blauem Himmel und direkt am Wasser, starteten wir zu unserem ersten Ausflugsziel. Wir hatten uns für die Stadt „Plau am See“ entschieden. Nur 20 Kilometer entfernt und mit einer schönen kleinen Altstadt lohnt sich hier ein Besuch. Sehenswert ist außerdem die alte Plauer Hubbrücke. Sie ist eine im Jahr 1916 errichtete stählerne Konstruktion im Zentrum der Stadt. Die Brücke wird von Booten bei der Ausfahrt aus dem Plauer See in die Elde unterfahren. Mit einer Hubhöhe von bis zu 1,86 m ist sie übrigens die höchste Hubbrücke Mecklenburgs. Ein schöner Spaziergang ist es von hier aus am Ufer der Elde auf der „Strandstraße“ bis zur „Mühlenstraße“. Hier kann man die Elde über eine kleine Fußgängerbrücke überqueren und auf der anderen Uferseite zurück zur Hubbrücke schlendern. Überquert man nun die Elde hier erneut und biegt dann gleich nach rechts, Richtung Plauer See ab, dann lässt sich hier entlang von Fischbuden, Fahrgast-Schiffanlegern und Bootscharter-Unternehmen bis zu einem kleinen Aussichtsturm an der Flussmündung spazieren.

Unser zweiter Halt führte uns ins 22 Kilometer entfernte Malchow. Wir fuhren von Plau am See nördlich auf der 103 und bogen dann bei Karow, nach rechts, auf die 192 ab. Sehenswert ist hier neben der Drehbrücke auch das ehemalige Magdalenerinnenkloster in Alt Malchow. Es liegt auf der Südseite des Malchower Sees und beherbergt in der Klosterkirche und im nahegelegenen Orgelhof die Ausstellung zur Geschichte des mecklenburgischen Orgelbaus. Das Mecklenburgisches Orgelmuseum ist das erste seiner Art in den Neuen Ländern der Bundesrepublik. Genug Kultur! Ein gemütliches Kaffee befindet sich ebenfalls im Klosterhof. Nach einem ausgedehnten Spaziergang von der Drehbrücke bis zum Kloster und wieder zurück, machten wir uns wieder auf die Fahrt zu unserem Campingplatz. Den Abend ließen wir gemütlich am Wasser bei Bratwurst und Salat ausklingen.

Tag 3 Sonntag

heute brauchten wir tatsächlich einen Wecker! Um 07:30 Uhr war unsere Nacht zuende. Ich kroch aus dem Bett und verstaute alle Sachen. Wir hielten noch schnell beim Kiosk und holten uns frische Brötchen.

Anschließend starteten wir unsere Fahrt in das 54 Kilometer entfernte Granzow im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Ort selber interessierte uns weniger, dafür aber die dortige Kanustation „Kanustation Granzow, Seestraße 11, 17252 Mirow OT Granzow“ um so mehr. Wir mieteten uns ein 2er Kajak für den ganzen Tag (10-18 Uhr) für 35€. Zur Auswahl stehen viele weitere Boote. So gibt es noch Canadier für 2, 3, 4, 5 oder 10 Leute, 1er, 2er oder 3er Kajaks, Wanderkajaks für 1 oder 2 Personen, Stand-Up Boards, Ruder- oder Tretboote. Die genauen Preise gibt es hier. Wir erhielten Schwimmwesten, einen Packsack und eine Gewässerkarte. Nach einer kurzes Einweisung paddelten wir los. Uns verschlug es nach Norden. Die ersten drei Seen (kleiner Kotzower See, großer Kotzower See, Mössel) sind sehr stark mit Schilf bewachsen an den Ufern. Schon nach den ersten 100 Metern fühlt man sich wie inmitten der wilden Natur. Man hört nur noch Vögelgezwitscher oder ab und an mal andere Paddler reden. Am schönsten ist es aber wirklich stillschweigend die Umgebung zu genießen. Motorboote sind hier recht selten, da hier nur Anwohner die Seen befahren dürfen. Wählt man hingegen die Route nach Süden, soll angeblich mehr Verkehr auf dem Wasser sein. Getestet haben wir dies selbstverständlich nicht… Oberhalb der Mössel kommt man in den ersten kleineren Kanal. Er verbindet die unteren Seen mit dem 2200 Meter langen und 300 Meter breiten Leppinsee. Diesen muss man der Länge nach komplett durchqueren. Auf ca. der Hälfte befindet sich am östlichen Ufer ein kleiner Campingplatz mit Anleger für Wasserwanderer. Wir entschieden uns hier anzulegen und eine kleine Pause zu machen. Immerhin sind wir bis hierher schon knapp 6 Kilometer gepaddelt. Gestärkt setzten wir unsere Tour zum nördlichen Ufer fort. Hier erwartete uns der wohl schönste Abschnitt des Ausflugs, der Kanal zum Woterfitzsee. Wir fühlten uns wie in einer verwunschenen Welt. Die Zeit schien still zu stehen. Lautlos glitten wir durch das spiegelglatte Wasser. Ab hier ist das Befahren für Motorboote komplett untersagt. Die folgenden Seen und Kanäle sind nur noch für die Wasserwanderer vorgesehen. Den Woterfitzsee durchquert man anhand von grünen Tonnen. Sie dienen zur Orientierung und führen auf der anderen Seite des Sees in einen weiteren Kanal zum Carrpsee. Auch hier sollte man den grünen Tonnen folgen, da der Rest der Seen Naturschutzgebiet ist und nicht befahren werden sollte.

Der letzte Kanal führte uns schließlich bis in eine Sackgasse an die Bolter Mühle. Von hier aus hätten wir das Kajak aus dem Wasser und über die Straße tragen müssen um schließlich auf der anderen Seite, im Bolter Kanal, weiter Richtung Müritz paddeln zu können. Da wir aber bis hierher schon etwas über 11 Kilometer gepaddelt sind, das Kajak Natascha dann doch etwas zu schwer war und wir auch noch den ganzen Rückweg vor uns hatten, entschieden wir uns für eine Pause bei „Fischers Land Boek„. Auch wenn wir nicht vor hatten zu angeln, so gab es hier einen Anleger für Paddler und einen leckeren Imbiss. Viele Angler versuchten ihr Glück und hofften auf den großen Fang. Die Familien saßen im Biergarten und genossen das perfekte Wetter. Wer also lieber Angeln mag der sollte dort einmal vorbei schauen. Wir paddelten die Strecke nach einer Portion Pommes wieder zurück und beendeten unseren Tagesausflug nach ca. 23 Kilometer paddeln völlig erschöpft. Es war eine sehr tolle Erfahrung die wir nur wärmstens empfehlen können. Wichtig ist nur, dass man Sonnencreme und einen Hut sowie Sonnenbrille als Sonnenschutz dabei hat. Auch sollte auf genügend Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, geachtet werden. Es gibt doch längere Strecken auf denen keine Zivilisation anzutreffen ist.

Tag 4 Montag

Endlich war mal wieder Ausschlafen angesagt! Auch wenn mich meine innere Uhr wieder kurz nach Sieben weckte, so konnte ich wenigstens noch liegen bleiben und den Blog-Beitrag über den vorigen Tag schreiben. 🙂 Gegen halb Zehn musste ich dann doch aufstehen und Brötchen holen. Natascha ließ sich davon nicht merklich irritieren. Sie drehte sich einmal um, blinzelte mich an und vergrub sich wieder unter ihrer Decke. Der kleine platzeigene Kiosk hatte nur noch eine kleine Auswahl an Brötchen. Bei dem Frühstück, Natascha war mittlerweile aufgestanden, besprachen wir unsere Tagesplanung. Wir waren bislang noch nicht wirklich an der Müritz, dem größten See der Mecklenburgischen Seenplatte gewesen. Also entschieden uns neben einer Fahrradtour durch die schönen Buchenwälder auch für einen Besuch in der Stadt Waren.

Am Vortag kamen wir bei unserem Paddelausflug ja nur bis zur Boeker Mühle. Gern wollten wir uns hier die Gegend nun mit dem Bulli ansehen und in der Nähe die Wälder um Boek mit dem Fahrrad erkunden. Von dem Campingplatz aus ist die alte Mühle ca. 46 Kilometer entfernt. Wir hofften, dass wir von hier aus später über die Ortschaft Speck bis nach Waren fahren könnten. So würden wir uns den Umweg um die Müritz sparen. Boek stellte sich leider als Sackgasse heraus! Es gibt somit keine Verbindung für Autos durch den Müritz Nationalpark! Aufgrund des starken Sturmes am Ostermontag verzichteten wir auf das Radeln und starteten direkt nach Waren.
Der Weg zog sich. Aufgrund des Sturmes hatten wir mit ordentlich Seitenwind zu kämpfen. Ich musste aufpassen Günther auf der Spur zu halten. Eine knappe Stunde später erreichten wir Waren. Wir parkten auf dem Parkplatz am Yachthafen (Müritzstraße 14, 17192 Waren) direkt im Zentrum. Das Parken kostete hier 1€ pro Stunde. Wir waren erschlagen von den vielen Menschen die sich am Ufer drängten. Bestimmt viele Touristen so wie wir selber, trotzdem war es uns einfach zu viel Trubel. Nach einer Pflicht-Runde durch die Warener-Innenstadt fuhren wir weiter. Gerne wollten wir an der Müritz bleiben also folgten wir der Straße „Am Seeufer“ und bogen dann in die „Fontanestraße“ rechts ab. Diese endete mit dem Campingplatz „Ecktannen, Fontanestraße 66, 17192 Waren“. Kurz vor dem Campingplatz befindet sich auf der linken Seite ein gebührenfreier Parkplatz. Hier stellten wir unseren Günther ab, überquerten die Straße und gingen einen kleinen Weg bis zur Strandpromenade herunter. Ein süßer kleiner Strand mit ein paar Bänken kam zum Vorschein. Geschützt vor dem Sturm saßen wir lange auf einer der Bänke und schauten auf die Müritz. Ab und an fuhr ein Motorboot vorbei und ließ die Wellen am Ufer ansteigen.
Erst am Abend, als sich die Sonne schon leicht den Baumwipfeln zuwendete, verließen wir den lauschigen Ort und hielten erneut in Waren. Wir hatten Hunger und aßen beim Italiener „Venezia Tutti-Frutti, Strandstraße 1, 17192 Waren“. Das Restaurant ist wirklich zu empfehlen. Die Bedienung ist überaus freundlich, das Essen absolut lecker und der Ausblick aus dem Yachthafen einfach umwerfend. Im Dunkeln fuhren wir wieder nach hause.

Die Innenstadt und der Yachthafen von Waren.

Tag 5 Dienstag

Heute klingelte uns wir einmal der Wecker aus dem Bett. Bis 12 Uhr mussten wir ausgecheckt haben, da wir unsere letzte Nacht doch noch gerne auf einem anderen Campingplatz verbringen wollen. Wir wollten einfach etwas zum Vergleich haben… Vorher mussten wir noch das Zelt abbauen und den Tisch sowie die Stühle verstauen. Das Zelt war, oh Wunder, in 10 Minuten abgebaut. Diesmal schafften wir es auch ganz ohne fremde Hilfe. 😀
Die meisten Urlaubsgäste waren schon abgereist. Ostern war ja bereits vorbei und viele mussten wieder arbeiten. So beschlossen wir, direkt beim Nachbar-Platz „Zwei Seen“ erneut um einen Stellplatz am Ufer zu fragen. Auch hier waren die meisten Gäste bereits abgereist, so dass wir keine Probleme damit hatten einen Stellplatz in erster Reihe am Ufer zu bekommen. Geschützt vor der Wind standen wir in einer kleinen Bucht unter einem großen Baum (siehe Foto). Nicht der schönste Stellplatz, dafür aber direkt gegenüber von unserem kleinen Privat-Strand. 🙂

Unser Stellplatz am Campingplatz „Zwei Seen“.


Wir holten unsere Stühle heraus und genossen die Ruhe am Wasser. Erst als uns der Hunger so gegen 17 Uhr aus dem Dösen riss musste ein weiterer Plan her. Wir saßen beide am Strand und durchstöberten mit unseren Handys die Umgebung. Nach einer gefühlten Ewigkeit einigten wir uns dann darauf erneut zu dem Italiener nach Waren zu fahren. Das Essen war ein schöner Abschluss. Genau um 22 Uhr erreichten wir wieder unseren Campingplatz. Wir hatten schon Angst nicht mehr auf das Gelände zu kommen, da die Schranke nur bis 22 Uhr öffnen sollte. Aus Erfahrung können wir nun aber aber sagen: Sie öffnet auch noch um 22:04 Uhr. 😉
Während Natascha im Bus wartete ging ich noch duschen. Ich musste nach dem Sonnenbad am Strand einmal alles abspülen. Es gibt zwar auch an diesem Campingplatz Duschmarken, genau so wie bei dem ersten Platz. Allerdings läuft die Zeit nur wenn man auch Wasser benutzt. Der Chip wird beim Check-In mit 1€ aufgeladen. Damit kann man dann 3 Minuten duschen. Abgerechnet wird im 2-Sekunden-Takt. Erst war ich erschrocken als ich hörte „nur drei Minuten“. Doch als ich es dann ausprobierte, da stellte ich fest, dass 3 Minuten total ausreichen wenn man das Wasser zwischendrin immer wieder ausstellt. Bei dem ersten Platz war es hingegen so, dass man 4 Minuten duschen konnte. Die Zeit lief aber mit Einwurf der Münze. …Stress pur!
Die sanitären Einrichtungen sind bei dem zweiten Campingplatz generell besser gewesen. Keine Bewegungsmelder auf Toilette oder Dusche, das Licht brannte einfach. Die Duschen waren bis 23 Uhr beleuchtet, bei den Toiletten brannte die ganze Nacht das Licht. Bei dem ersten Campingplatz hatten wir das Problem, dass wir öfters beim Duschen oder auch auf Toilette im Dunkeln standen. Die Bewegungsmelder sind dort doch etwas kurz eingestellt. Wir empfehlen: niemals ohne Handy oder Taschenlampe auf Toilette zu gehen. 😉



Tag 5 Mittwoch (Abreise)

Um genau 8 Uhr starteten wir. Zurück ging es über die Autobahn. Wir fuhren die A19 nach Süden, dann auf die A24 bis kurz vor Hamburg. Hier ein kleines Stück auf die A1 und dann auf die A7 bis Hannover. Die Straßen waren relativ frei, so dass wir gut durch kamen und keinem Stau zum Opfer vielen.

Kommentare sind wie immer gerne gesehen. 🙂

Die Weser – eine tolle Gegend!

Samstag, 06.04.2019

Ihr kennt es bestimmt auch. Kaum kommt die Sonne raus, so zieht es uns Camper an die frische Luft.
Da wir uns schon seit langer Zeit für den Flohmarkt im Scheunenviertel in Steinhude angemeldet hatten, war der Samstag soweit schon verplant. Das Wetter war die letzten Wochen ja nicht unbedingt so umwerfend. Um so mehr freuen wir uns über die doch recht gute Wettervorhersage für den Samstag.
Schon am Freitag packten wir unseren Günther mit den Flohmarkt-Sachen voll. Es war das erste Mal, dass wir nicht mit unserem kleinen Auto dort hin fuhren. Wir waren sehr erstaunt über die Mengen, die in so einen Bulli reinpassen.
Bei Axel, dem Marktveranstalter, hatten wir diesmal extra 5 Meter Standfläche reserviert. Normal reichten uns immer 3 Meter. Da der Bulli aber deutlich länger ist als unser anderer Wagen und auch deutlich mehr Krimskrams transportieren kann, benötigten wir diesmal auch mehr Verkaufsfläche. Als wir am Morgen im Scheunenviertel ankamen, hatte Axel bereits die einzelnen Parzellen markiert. Er hatte uns einen Meter geschenkt, so dass wir uns auf 6 Metern auslassen konnten. Es wurde ein perfekter Tag, an dem die Sonne uns mit dem ersten kleinen Sonnenbrand im Gesicht überraschte…


Sonntag, 07.04.2019

Das Wetter war am Sonntag noch besser als bereits am Tag zuvor. Blauer Himmel und strahlende Sonne weckten uns schon früh am Morgen. Ein spontanes Ausflugsziel war schnell gefunden, die Weser! Schnell packten wir unser Schachbrett, etwas zu Trinken und zu essen ein und machten uns auf den Weg. Kurz hielten wir noch bei Combi, um uns noch mit Grill-Sachen für unseren Einmal-Grill einzudecken.
Bereits eine halbe Stunde später erreichten wir Stolzenau. Wir fuhren auf der 441, überquerten die Weser und bogen dann sofort auf die L351, rechts, Richtung Stolzenau Zentrum ab. Direkt hinter dem KiK-Markt auf der rechten Seite geht das dann zu einem günstigen Wohnmobil-Stellplatz (Reisemobilhafen Stolzenau) am Ufer der Weser. Wer gern nähere Infos zu dem Stellplatz haben möchte, der sollte sich diesen Bericht aus der Zeitschrift „promobil“ durchlesen.
Uns zog es aber weiter. Wir wollten lieber allein stehen, der Natur noch näher als auf gepflasterten, vorgeschriebenen Stellplätzen. Wir fuhren durch Stolzenau durch, folgten der L351 bis kurz hinter Anemolter. Hier ging es rechts auf der Landesberger Straße weiter. Kurz vor der Weser-Brücke verließen wir die geteerte Fahrbahn und kämpften uns über einen holprigen Feldweg bis an das Ufer der Weser. Ein mulmiges Gefühl hatten wir schon gerade weil solche Feldwege ja meist nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben sind. Ein solches Schild war jedoch nicht zu finden… Zu unserer Überraschung öffnete sich der Feldweg nach einer scharfen Linkskurve zu einem kleinen, mit Gras bewachsenen Platz. …es war ein himmlischer Stellplatz. 🙂

Kurzerhand klingelten wir noch unseren Kumpel Paul an, der auch sofort mit seinem T4 startete. Als wir so zu dritt in der Sonne saßen und uns unterhielten, bemerkten wir plötzlich auf der anderen Uferseite einen Streifenwagen. Unser Herz rutschte uns sofort in die Hose! Die Beamten stiegen aus und schienen mit den dort in der Sonne sitzenden Jugendlichen zu reden. Wir trauten uns gar nicht rüber zu sehen, da wir Angst hatten, sie würden uns vertreiben wollen. Stattdessen stellten sich die Beamten jedoch ans Ufer und rauchten in aller Ruhe eine Zigarette. Als sie dann nach eine ganzen Weile wieder starteten, waren wir uns sehr sicher, dass sie nun über die Kanalbrücke zu uns kommen würden. Wir warteten und warteten, jedoch konnten wir keinen Streifenwagen mehr sehen. Nur langsam wich der Schreck und die Entspannung kam zurück. Zu dritt genossen wir das Wetter, die Ruhe und die Natur bis zum Sonnenuntergang…

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Wie du sicher schon weißt haben wir bei unserem Günther eine Menge Veränderungen geplant. Diese sollen alle erledigt sein, bevor wir im Sommer auf große Reise gehen. Die Anbau- und Umbauteile kosten alle eine Menge Geld, so dass wir monatlich so gut sparen wie es halt geht. Zusätzlich gehen wir auf Flohmärkte und sparen uns auch hier die Einnahmen für Neuanschaffungen.

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Günther goes Sächsische Schweiz



Tag 1 Anreise (Freitag)

Für Freitag Mittag war die Abfahrt vorgesehen. Wir räumten daher noch den Rest in den Bulli ein (größtenteils war das die Tage zuvor schon passiert, aber Essen und Kleinkrams kamen dann am Freitag noch rein) und starteten um 13:30 Uhr.

Kaum waren wir auf der Autobahn war ich schon eingeschlafen und verschlief fast die ganze Fahrt, da ich am Morgen aus der Nachschicht gekommen war und dementsprechend im Schlafdefizit war das aber für uns beide ok. Allerdings bekam ich dann doch mit, dass wir in einen Stau gerieten. Bis dahin war technisch mit dem Bulli alles gut gelaufen, doch nachdem wir im Stau einmal komplett zum Stehen gekommen waren konnten wir im Anschluss nicht mehr richtig beschleunigen, zumindest nicht mehr über Tempo 80 im 5. Gang. Das Gas wurde gar nicht mehr angenommen. Sofort schrieb Gerrit einen Artikel in eine der, unter Bulli-Fahrern, bekannten Gruppen. Wir fuhren erst einmal vorsichtig hinter der LKWs hinterher. Es dauerte nicht lange, da erhielten wir bereits die ersten Ratschläge und Fehlereinschätzungen. Uns wurde gesagt, dass sich der Motor wohl im „Notlauf“ befinden würde. Warum dies jetzt genau passiert sei könne man aber nur durch Auslesen des Steuergerätes erkennen. Wir entschieden uns, an der nächsten Raststätte zu halten und machten einfach mal 15 min Pause…wie oft hatten uns schon Bekannte davon erzählt, dass man alten Autos auch mal Pausen gönnen soll und was soll ich sagen Recht hatten sie!

Nach dem kurzen Stopp lief der Motor wieder wie eine Eins ☺ und wir kamen um ca 18:30 auf dem Campingplatz „Lux Oase, Arnsdorfer Straße 1, 01900 Kleinröhrsdorf / Dresden“ in Kleinröhrsdorf an. Per Telefon (da ja außerhalb der Rezeptionsöffnungzeiten) wurden wir vom Chef höchstpersönlich zu unserem Stellplatz navigiert. Wir parkten Günther, drehten noch eine Runde auf dem Platz, gingen unser mittgebrachtes Essen in der Campingplatzküche aufwärmen, duschen und dann auch schon ab ins Bettchen.

Links: Kurz vor der Ankunft. Rechts: Die Küche bei der „Lux Oase“

Tag 2 Samstag

Unser erster Tagespunkt am Samstag war das offizielle Einchecken in/an der Rezeption. Eine Übernachtung kostete für uns zwei mit Günther ohne Strom 20,50 Euro/Nacht. Der Campingplatz an sich war schön an einem Stausee gelegen und die Waschhäuschen sowie der ganze Platz gepflegt und wirklich sehr, sehr! sauber. Jetzt in der Nebensaison waren nur die Privatbäder (diese kann man in der Hauptsaison gegen ein Entgelt mieten und dieses Badezimmer gehört dann nur einem alleine) offen, die für einen Campingplatz schon sehr luxuriös sind. Diese Privatbäder haben schöne moderne Fliesen in Terracotta-Tönen, eine ebenerdige Dusche mit Glaswand, eine Heizung, die als Handtuchwärmer funktioniert und viel Ablagefläche. Noch ein Pluspunkt war der gut aufgestellte und auch günstige Krämerladen des Campingplatzes. Hier findest du auch z. B. einzelne Pappteller, Plastikbesteck etc. zum günstigen Stückpreis, was ja mal ganz praktisch sein kann. Unsereins hatte die Zahnpasta vergessen und konnte hier für 1,20 € eine bekommen, was wir total günstig fanden. 

Familienbad auf dem Campingplatz „Lux Oase“

Negativ fanden wir, dass der Campingplatz komplett umzäunt ist und man so gar nicht ganz an den Stausee rankommt und dass man für das Kochen pro 16 Minuten 50 Cent zahlen sollte und dann funktionierten die Platten noch nichtmal aufgrund eines technischen Defekts, der am Wochenende nicht behoben werden konnte (klar das war jetzt einfach Pech, aber dennoch sollte das Kochen unserer Meinung nach im Preis mit inbegriffen sein). Nachdem wir uns aber per Telefon an den Chef gewendet hatten und ihm von den defekten Kochstellen erzählten, entschuldigte er sich und versprach uns das Geld wieder zu geben. Viel mehr auszusetzen gab es aber dennoch nicht.

Vom Campingplatz aus ging es dann auch direkt zum ersten Ausflugsziel: der Bastei. 
Die 29 Kilometer schafft man in ca. 35 Minuten (mit einem Bulli ein paar Minuten länger).

Dort gibt es mehrere kostenpflichtige Parkplätze. 
Es gibt rund um die Bastei mehrere Wanderwege, die es zu erkunden gilt. Warum hier so viele Hobbyfotographen unterwegs sind wird schnell klar, denn die Stimmung hier ist ganz besonders und die Farben nicht nur zur blauen Stunde einzigartig. In Grau heben sich die schroffen Felsen vom Grün der Wiesen und Wälder ab, oberhalb dann der blaue Himmel. So gelangen auch uns Amateuren ein paar ganz passable Bilder…

Genaugenommen kann man hier aber nicht wandern, sondern spaziert auf gut befestigten Wegen (bzw. schiebt sich im Sommer mit vielen anderen Touristen vorwärts) von einem Aussichtspunkt zum nächsten, daher ist unsere klare Empfehlung außerhalb der Ferien/langen Wochenenden die Sächsische Schweiz zu besuchen und solche „Hot Spots“ auch eher am frühen Morgen zu besuchen, denn so kann man am ehesten noch Fotos schießen, ohne viele Menschen vor der Kamera zu haben. 

Danach sind wir dann weitergefahren in eine kleine Stadt namens „Bad Schandau“. Und bums! Plötzlich fanden wir uns umringt von tanzenden Weintrauben, Tanzmariechen, Clowns und Piratenbräuten – offenbar feierte man in Bad Schandau erst am 9.3.19 Fasching…natürlich ausgerechnet wenn WIR da sind, wo wir doch sooooo auf Fasching stehen (ich hoffe man liest den Sarkasmus raus ;)). Gut, nachdem wir überall Konfetti hatten, aber komischerweise keine Süßigkeiten auffangen konnten, da keine geworfen wurden (Frechheit!), war ich ja quasi gezwungen mir auf eigene Unkosten in einer Bäckerei etwas Süßes gegen den mittäglichen Heißhunger zu holen 😀 Zum Glück findet man ja dann doch immer eine Ausrede, die die tägliche Portion Süßes rechtfertigt 😉 Diesen Snack (einen Florentiner Keks, übrigens nichts für Prothesen- oder Zahnspangenträger) aßen wir im Bulli sitzend direkt an der Elbe. Hier gibt es einen tollen Parkplatz am Elbufer, die Straße heißt „an der Elbe“. Auch hier sind die Parkplätze nur mit kostenpflichtigen Parktickets erlaubt.

Öffentlicher Parkplatz in Bad Schandau direkt an der Elbe

Da wir in diesem Urlaub ohne große Pläne unterwegs waren überlegte ich, ob wir nicht noch heute nachmittag eine Runde mit Günther nach Tschechien fahren sollten, denn das Wetter war noch schön und es war auch erst 15 Uhr. Wir nahmen also kurzerhand die Straße mit der Nummer 172 von Bad Schandau bis zur Grenze und ab der Grenze dann die 62 bis nach Děčín. Der Weg führte uns direkt am Elbufer, Fluss aufwärts entlang. Die Fahrt war komplett spontan und die Route ohne groß nachzudenken entstanden. Ab Děčín verließen wir das Elbe, die hier in Tschechien außerdem „Labe“ heißt, und fuhren die einzige Straße mitten in den Wald der Sächsischen Schweiz hinein. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages und einfach das Fahren mit Günther. Unterwegs hielten wir in einer Kurve, in der Unmengen Baumstämme auf ihren Abtransport warteten und fingen in den Bildern die Stimmung der Abenddämmerung ein.
Hier seht ihr Gerrit bei einem kleinen Shooting mit unseren neuen T-Shirts von der Firma „Kiefer und Kolben“. Die Jungs von Kiefer und Kolben bieten fair produzierte Mode (alle Produkte haben das fair wear foundation Siegel) aus 100% Biobaumwolle mit süßen Motiven an. Neben Shirts und Hoodies gibt es noch weitere Outdoor-Artikel die nicht nur etwas für Bulli-Fahrer sind. Uns gefällt die gute Qualität der Shirts und die ökologische Idee dahinter sehr. Wir können die Sachen wirklich nur empfehlen. Die T- shirts gibt’s auf der Seite kieferundkolben.de.


Hätte man mehr Zeit könnte man in der kleinen Ortschaft Děčín z.B. noch das Schlösschen besuchen oder eine Kanu-Rad-Tour machen, bei der man in Děčín startet und bis nach Bad Schandau mit dem Kanu auf der dort wohl ruhigen Elbe paddelt und in Bad Schandau dann schon mit Fahrrädern erwartet wird um nach Děčín zurückzufahren (gefunden auf Trip Advisor). 

Wir wären gerne noch viel weiter gefahren, jedoch wurde es schon dunkel und so langsam knurrten uns die Mägen. Also auf zurück zum Campingplatz. Wir verließen den Wald und kamen in den kleinen Ort Tisá. Hier bat ich Gerrit noch einmal an der Straße zu halten, da ich noch mal ein paar unvergessliche Fotos machen wollte…

Anschließend bogen wir rechts ab und fuhren über Petrovice dann wieder über die deutsche Grenze auf der 171 wieder zurück zur Lux Oase. Eigentlich wollten wir jetzt schnellstmöglich einfach nur Nudeln kochen! Aber kaum hatte ich die Münze in den Automaten für die Herdplatte geschmissen dämmerte mir schon, dass etwas nicht stimmte….gestern hatte die Herdanzeige noch sofort zu leuchten angefangen. Und jetzt auch nach mehrmaligem Tippen und sogar wütendem Tippen kein Leuchten, kein Piepen, keine Wärme. Nach einem kurzen Telefonat erhielten wir dann die Aussage vom Chef des Campingplatzes, dass er das Problem am Wochenende leider nicht mehr lösen könne. Also blieb uns nur auswärts essen als Alternative. Rund um Kleinröhrsdorf (genauer gesagt in Großröhrsdorf) gibt es mehrere Lieferdienste, aber solange aufs Essen warten wollten wir nicht und beschlossen die Trattoria dell arte als einen von zwei Italienern auszuprobieren. Wir mussten dafür zwar unfreiwillig einmal duschen, da es in dem Moment unserer Ankunft wie aus Eimern anfing zu gießen und wir leider nur einen Parkplatz in einigen Metern Entfernung fanden, aber dafür wurden wir essenstechnisch nicht enttäuscht! Gerrits Hähnchen in Pilzrahmsoße und meine Tagliatelle alle verdure waren superlecker. 
Gut gestärkt gingen wir also ins Bett und schliefen wieder einmal super auf unserer XXL 1,80m Liegefläche ☺. 

Tag 3 Sonntag 

Heute war es Zeit endlich einmal richtig zu wandern! Gerrit hatte sich schon etwas überlegt und fuhr los, ohne dass ich wusste wo es hin gehen sollte. Das Navi veranschlagte für die 44 Kilometer eine Fahrtzeit von ca. 52 Minuten. Das es mit unserem Günther alles etwas länger dauern würde war uns beiden schon klar. 😉 Erst ging die Fahrt wieder nach Bad Schandau. Dann bogen wir in das Kirnitzschtal ab und folgten der 165 bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Die Straße durch das Tal war kurvenreich und mal mehr oder weniger steil. Am rechten Straßenrand verliefen Straßenbahnschienen bis hoch zum Wasserfall. Hier befindet sich der Endpunkt der Kirnitzschtalbahn. Wir parkten auf dem großen, kostenpflichtigen Parkplatz und frühstückten erst einmal. Da es draußen eh noch regnete hatten wir keine Eile. Nach einer knappen Stunde verzog sich der Regen. Wir nutzen die Regenpause und wagten dann einfach eine Wanderung zum sogenannten Kuhstall . Für den Rundweg um den Kuhstall ist eine Zeit von etwas über einer Stunde angegeben. Auf der Strecke von 4 Kilometern überwindet man 110 Höhenmeter.
Wir haben mit allen Abstechern und Turnereien allerdings eine Strecke von sieben Kilometern in anderthalb Stunden zurück gelegt. Überwunden haben wir hierbei 335 Höhenmeter.

Links: Der Lichtenhainer Wasserfall. Rechts: Die Kirnitzschtalbahn

Das Gebiet rund um den Kuhstall ist sehr vielseitig und generell eher anspruchsvoll. Stolz waren wir, als wir die “ Himmelsleiter“ erklommen hatten und mit einem tollen Blick belohnt wurden. Hier turnten wir dann wie die Kinder von Vorsprung zu Vorsprung und wagten uns auch in winzige Höhlen vor. Auf kleine Kinder sollte man besonders aufpassen, da die Gegend von steilen Vorsprüngen und tiefen Felsspalten nur so wimmelt. Geländer oder Absperrungen sind nicht überall! Wir waren fast alleine, da sich zu dieser Jahreszeit noch kaum Touristen in diese Gegend verirren. Hier oben gibt es auch ein Restaurant namens Gasthaus am Kuhstall, in das man einkehren könnte.


Hiernach ging es dann zu unserem nächsten Campingplatz, der kleinen „Bergoase, Obere Straße 19, 01855 Sebnitz“. Auch wenn ich den Begriff „Oase“ recht kitschig finde, in diesem Fall trifft er echt zu. Der Campingplatz ist klein aber fein. Es gibt 8 Stellplätze und im Sommer eine große Wiese zum Zelten sowie mehrere Ferienwohnungen. Wir hatten fast freie Auswahl. Nur ein Caddy campte mit uns auf einem der Stellplätze. Wir ergatterten den äußersten, zu den Feldern hin, gelegenen Platz. …schade das wir keinen blauen Himmel hatten, die Aussicht muss dann umwerfend sein…
Die Betreiberin war sehr nett und zeigte uns sofort alle Räume und Möglichkeiten. Es gibt eine Gemeinschaftsküche mit einem Herd, der mit Holz befeuert wird und eine Outdoor Feuerstelle (Holz hacken kann man am Holzklotz gleich nebenan), mehrere Waschräume und einen großen Wellnessbereich mit einer finnischen Sauna, Kamin und einer Dusche sowie einem Strandkorb und mehreren Liegen zum Ausruhen zwischen den Saunagängen. Und dreimal dürft ihr raten wie unser Abendprogramm aussah: na klar, ab in die Sauna! Der Raum war wirklich ansprechend gestaltet und zu zweit ist die Sauna auch von der Größe her ausreichend, ab 3 Personen wird es dann aber schon kuschelig, aber wir hatten auch hier mal wieder Glück mit der Reisezeit und hatten wir den Saunabereich ganz für uns. 

Nachdem wir dann ausreichend sauniert hatten war es schon wieder Zeit schlafen zu gehen, nur stürmte es mittlerweile ganz stark, sodass der Weg von der Sauna zum Bulli schon abenteuerlich war.  Gerade hingelegt und eingekuschelt bekam ich aber ehrlichgesagt langsam Angst, denn Günther schwankte nur so hin und her bei dem Sturm der draußen tobte. Gerrit meinte zwar zunächst, dass da nichts passieren könne, aber es stürmte und wackelte immer mehr. Schließlich sahen wir dann, wie eine Laterne aus der Verankerung gerissen wurde und wegwehte. Spätestens da waren wir uns dann einig, dass wir die Nacht nicht hier verbringen wollten. Ein Schaden am Bulli wäre einfach zu ärgerlich gewesen und ich hatte wie gesagt auch total Schiss, dass wir umkippen würden und den Abhang runterstürzen (wir haben natürlich bei der Ankunft – da war ja noch von Sturm keine Rede- direkt an erster Front geparkt, wegen der tollen Aussicht). Zum Glück muss man ja bei der Jahreszeit noch kein Vorzelt abbauen, sodass dann relativ schnell aufgebrochen werden konnte. Wir haben uns sehr langsam einen Weg bis nach unten ins Tal nach Bad Schandau gebahnt. Die Straßen waren voller umgestürzter Bäume/Äste und außerdem gab es einen Stromausfall, sodass die Straßenlaternen nicht funktionierten. Unten im windstillen Tal angekommen suchten wir uns einfach die nächstbeste Parklücke in einer Wohnstraße und schliefen hundemüde sofort ein.

Tag 4 Abfahrt (Montag)

Früh morgens fuhren wir noch einmal zum Campingplatz hoch um dort bei der tollen Aussicht zu frühstücken. Hier waren schon die Gärtner (ja, die haben da Gärtner, aber es ist wirklich nicht vornehm dort ;)) vor  Ort um die Sturmschäden zu beseitigen. Nach einem schönen Frühstück mussten wir dann aber schweren Herzens die Heimfahrt antreten. Wir kamen ohne Stau ganz gemütlich durch und mittlerweile hat uns der Alltag auch leider schon wieder fest im Griff. 

Wir hoffen euch gefällt dieser kurze Reisebericht und bis bald!!

Edit: Auch wenn es vielleicht so aussieht auf den Fotos: Gerrit ist überhaupt nicht egoistisch oder eingebildet. Er muss nur immer für Fotos herhalten, weil ich kamerascheu bin, deshalb gibt es immer nur Fotos von ihm. Nicht, dass ihr euch wundert, warum immer nur er zu sehen ist 😉

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Bus Icon mit Tascha

Es werde Licht!

Ich muss ja gestehen, dass ich mich schon ein wenig überwinden musste diesen Beitrag zu verfassen. Dies kam daher, da ich mir nicht sicher war, ob man für eine so kleine „Optimierung“ überhaupt einen extra Blog-Beitrag anlegen sollte. Da es sich bei dem kleinen Eingriff aber um eine wesentliche Verbesserung (so empfinde ich es wenigstens) handelt, wollte ich dies mit euch teilen. 😊

Kurz gesagt: Ich habe die 30 Jahre alten Glühlampen in dem Tacho durch helle LED-Beleuchtung ersetzt. Die LEDs sind, wie die Glühlampen vor 30 Jahren auch, auf die gleiche Aufnahme montiert. Sie passen also Plug-and-Play. Man muss nur darauf achten, dass man die Lampe richtig ausrichtet beim Einbauen. Schraubt man sie falsch rein, so bleiben die LEDs dunkel…

Hier mal ein Vorher- Nachher-Bild:

So sieht die Beleuchtung mit den alten Glühbirnen aus

…und so leuchtet der Tacho mit den LEDs

Die LEDs gibt es für kleines Geld bei eBay. Ich werde euch hier den Link posten, und nein, ich bekomme kein Geld dafür. 😀😉

Link zu eBay – LED-Beleuchtung

signatur_gerrit