Warum?

Beitragsbild 1 - 980 x 520

Hallo und herzlich willkommen auf unserem Blog.

Warum wir hier noch einen Blog über das Campen und Reisen eröffnen? Ganz einfach, wir teilen nicht nur die Erfahrungen von den Reisen mit euch, wir möchten euch hier auch am kompletten Entscheidungsprozess, bis hin zum Kauf des Campers teilhaben lassen. 🙂
Außerdem ist es für uns eine Art „Tagebuch“. So können wir selber unsere vergangen Erlebnisse immer wieder lesen und uns die Fotos ansehen.

Über eure Kommentare, Meinungen, Fragen und Verbesserungsvorschläge würden wir uns sehr freuen.

signatur_gerrit

Irgendwann kommt dieses Thema wohl auf alle Camper mit fest verbautem Gastank zu! Ich hatte bei mir den originalen Westfalia-Gastank unter dem Karosserieboden verbaut. Mit jeder TÜV-Untersuchung wird auch die Gas-Plakette erneuert. Um die Gas-Untersuchung bestehen zu können, muss der verbaute Gastank allerdings alle 10 Jahre eine Dichtigkeitsprüfung (TÜV für den Tank) bekommen. Der Vorbesitzer meines Busses hatte diese Dichtigkeitsprüfung das letzte Mal im Jahr 2009 gemacht. Kurz vor meinem Kauf des Bullis machte der Verkäufer noch einmal TÜV neu. Das war im Jahr 2019, also kurz bevor der Gas-Tank abgelaufen ist. Nun hatte ich folgendes Problem: entweder den Tank abbauen und zu einer Firma einsenden, oder gleich einen neuen Tank verbauen. Ausgebaut musste der Tank so oder so werden! Bei genauerem Betrachten des Tanks fiel mir eine größere Delle im Tank auf. Hier war der Lack abgeplatzt und Rost hatte sich gebildet. Mit dieser Delle im Tank würde ich eh keine Prüfung mehr bestehen, dachte ich mir.

Oben: alter Tank mit Delle
Unten: neu gekaufter Tank mit neuem Druckminderer und Befestigungsmaterial

Die Preise für die Dichtigkeitsprüfung des Gastanks liegen ganz grob um die 200€. Ich habe einmal drei verschiedene Anbieter rausgesucht. Hier handelt es sich um die Grundpreise. Je nach Zusatzaufwand wie Ausbau, Sandstrahlen, Lackieren, neuer Unterbodenschutz,… kommen weitere Kosten hinzu. Der günstgste Anbieter mit 170€ ist Wynen-Gas, gefolgt mit 185€ bei Gas-Kraus und schließlich 259€ bei Günzl Classic Parts. Nach etwas Recherche kam ich auf die Gastanks der Firma Biermeier. Sie bieten neben vielen weiteren Größen und Modellen auch zwei passgenaue Tanks für den T2 und T3 an. Der Vorteil dieser Tanks ist, dass sie eine Zulassung nach ECE R.67.01 besitzen. Hier entfallen die 10 jährigen Druckprüfungen.
Das kleinere Modell fasst 20 Liter und ist für die Montage bei vorhandenem Unterboden-Wassertank gedacht. Der zweite Tank, und den habe ich gekauft, ist etwas länger und fasst 25 Liter. Preislich liegen beide Tanks gleich (359€). Hinzu kommt jedoch noch folgendes Zubehör: Die Halterung (119€), der Direktbetankungsadapter (29€) und die Regelanlage 30mbar (99€/119€ je nach Ausgangsrohrgröße). Schlussendlich kommt man mit den Versandkosten von 19€ auf 625€.

Meine anfänglichen Befürchtungen wurden leider bittere Tatsachen!
Der alte Tank war von innen, durch den Karosserieboden verschraubt. Die Schrauben drehten beim Versuch die alten Muttern zu lösen mit! Es half nichts, ich musste von innen meine komplette Küche ausbauen, um an die unter dem Fußboden liegenden Schrauben zu kommen!
Ich maß unter dem Wagen die genaue Position der Schrauben aus und markierte innen deren Lage. Ich wollte nicht unnötig viel Fußboden hochnehmen müssen. Es gelang mir schließlich mit vier kreisrunden Bohrungen die Lage der Schrauben genau zu bestimmen.

Mit Hilfe eines Wagenhebers stützte ich den Tank von unten ab und konnte ihn dann langsam ablassen.
Die Position der neuen Halteplatten musste ich etwas an die Struktur des Bodenbleches anpassen. Mir war wichtig, dass die Halteplatten auf den Seiten der Verschraubungen auf einer „Ausbuchtung“ des Unterbodenbleches auflagen. Um die später wirkenden Kräfte noch etwas besser zu verteilen, ließ ich mir vier Flacheisen mit je zwei Bohrungen (11mm) für die M10 Schrauben anfertigen. Diese Flacheisen legte ich von innen unter je zwei Schrauben. Von unten montierte ich die Halteplatten (auf dem Foto sind noch zu lange Schrauben zu sehen. Diese habe ich noch durch kürzere M10x35mm ersetzt) und bestrich diese noch gut mit Sikaflex.

Nun konnten die Halteriemen durch die Halteplatten gezogen werden. Anschließend benutzte ich wieder den Wagenheber um den neuen Tank an seine Position anzupassen. Ich zog die Riemen durch die Schnallen und spannte diese leicht vor. Wichtig ist, die Riemen immer noch locker genug zu lassen um den Tank drehen und ausrichten zu können. Nun kamen noch die Gummieinlagen unter den Halteriemen bevor ich die Halterungen fest anzog. Der neue Tank saß perfekt!

Gerne dürft ihr wieder eure Meinungen, Erfahrungen und Fragen in den Kommentaren posten. 🙂

Wie vor jeder Reise, egal wie klein sie auch sein mag, kontrolliere ich immer einmal den Reifendruck und das Motoröl… Letztes Wochenende, am 20.06.2020, sind wir, das sind Marcus mit seinem Ford Mondeo und Dachzelt und ich, gegen 13 Uhr nach Hildesheim aufgebrochen. Hier haben wir Chrissie und Max mit ihrem T3 abgeholt. im Konvoi ging es dann über Land nach Grave (zwischen Bodenwerder und Holzminden) an die Weser zu Familie Stapel. Den kleinen Campingplatz (Camping Familie Stapel, Hauptstraße 13, 37647 Brevörde) fanden wir über die App „Park4Night“. Schon die Anmeldung einige Tage zuvor per Telefon war sehr sympathisch. Frau Stapel hielt uns extra eine Stellfläche frei.
Die Wiese liegt ca. 50 Meter von der Weser entfernt. Die Straße endet in einer Sackgasse am Wasser. Lediglich Fahrradfahrer und Fußgänger können mit der kleinen Solar-Fähre auf die andere Seite der Weser übersetzen. Hier erstreckt sich entlang des Ufers ein wunderschöner Fahrradweg.
Vor dem Platz, am Ufer der Weser, steht der Imbisswagen der Familie Stapel. Hier gibt es am Wochenende kalte Getränke, Kuchen, Burger, Currywurst und Pommes. Dies ist leider auch der einzige Wermutstropfen, da der Imbisswagen die Sicht auf die Weser versperrt.
Uns störte dies aber nicht wirklich. Wir fuhren auf die kleine Wiese und wurden auch sogleich von Frau Stapel herzlich begrüßt. Sie zeigte uns wo wir uns hinstellen durften und wir begannen unsere Wagenburg aufzubauen.

Bild 1: Reifendruck vor dem Start kontrollieren, Bild 2. Die Wagenburg steht, Bild 3: Blick vom Waschhaus Richtung Weser über den Platz. Im Hintergrund der gelbe Imbisswagen.

Am Abend gesellte sich dann noch Julia mit Ihrem Ford Transit zu uns. Die Wagenburg war nun komplett. Wir ließen den Abend beim gemütlichen Grillen ausklingen.
Der Campingplatz besitzt zwei Toiletten, eine Dusche, ein Waschbecken für den Abwasch und eine Möglichkeit die Toiletten zu entsorgen. Auch wenn es sich bei dem Sanitärgebäude um einen sehr kleinen Anbau an einer Scheune handelt, so sind die Toiletten und die Dusche recht modern und sauber. Die Dusche funktioniert ohne Marken oder Münzen. Man kann so lange duschen wie man mag. 🙂
Die Chefin kümmert sich selbst um das Reinigen der Einrichtung – sympathisch!
Am Sonntag brachen wir alle gegen Mittag auf. Marcus und ich fuhren weiter Richtung Harz.

Oben: Die Solarfähre über die Weser am frühen Morgen, Mitte: kostenlose Ladestation für E-Bikes am Anleger der Fähre, Unten: Waschhaus auf dem Campingplatz der Familie Stapel

Wir verbrachten unsere zweite Nacht auf dem neu eröffneten „Harz Camp Goslar“ (Clausthaler Straße 28, 83644 Goslar) vor den Toren der ehemaligen Kaiserstadt. Der Platz ist frisch angelegt und in einzelne Parzellen unterteilt. Strom kann man wahlweise buchen, einen Wasseranschluss gibt es jedoch nicht. Dafür ist das Sanitärgebäude sehr sauber und modern. Die Duschen schließen um 22 Uhr, die Toiletten sind selbstverständlich die ganze Nacht geöffnet. Auch hier gibt es keine Duschmünzen – top!
Neben den Stellplätzen gibt es noch Holzhütten in zwei verschiedenen Größen zu mieten. So sollen auch Wanderer oder Touristen ohne Wohnwagen oder Wohnmobil die Möglichkeit bekommen auf dem Platz einzukehren.
Wir teilten uns eine Parzelle und bauten die Fahrzeuge nebeneinander auf. Schnell war der Grill wieder befeuert und die letzten Reste vom Vortag wurden verspeist. Leider mussten wir diesmal im Schatten grillen, da der Platz in einem Tal zwischen Bergen liegt und die untergehende Sonne schnell hinter den Bergen verschwindet.
Die unmittelbare Lage neben der Bundesstraße 241 kann für den ein oder anderen Leichtschläfer vielleicht etwas ungewohnt sein, doch am Abend wird auch hier der Verkehr deutlich weniger. Nachts haben wir nichts von der Straße gehört…

Es war schon sehr chaotisch in der Woche vor Pfingsten!
Eigentlich war eine Tour an die Ostsee geplant. Doch egal wie viele Campingplätze ich auch anschrieb, überall wurde mir gesagt sie seien bereits ausgebucht.
Schließlich traf ich in der T3-Whatsapp Gruppe zwei Pärchen, die mit ihren Bussen an die Edertalsperre fahren wollten. Der Campingplatz „Edertaler-Hof“ (Hemfurther Str. 21, 34549 Edertal-Affoldern) in der Nähe des Sees hätte noch ein paar freie Plätze. Schnell erstellten wir eine separate Whatsapp-Gruppe und reservierten die Plätze. Dem Trip stand nun nichts mehr im Wege.

Um 13:45 Uhr ging es am Freitag los. Gemeinsam mit Marcus und seiner Auto-Dachzelt Kombi fuhren wir hintereinander die knapp 200 Kilometer in etwas mehr als drei Stunden (mit Pausen!).
Gegen 18 Uhr erreichten wir den Campingplatz. Vor dem Empfang stand eine Schlange an Menschen. Alle hatten einen Zettel in der Hand, der am Eingang der Anmeldung auslag. Hier musste jeder Gast bestätigen, dass er keine Symptome von Corona hat. Patricia Hromatka, die Eigentümerin, empfing uns trotz des ganzen Trubels freundlich an der Anmeldung.

Der Platz ist unterteilt mit mittelgroßen Hecken. Hier gibt es einzeln abgetrennte Parzellen genau so wie auch kleinere Wiesen auf denen man frei stehen kann. So eine Wiese wurde uns zugeteilt. Direkt hinter der Anmeldung und dem kleinen Einkaufsladen erwarteten uns bereits Sebastian mit seiner Familie und seinem grünen VW T3 Lufti, sowie Max und Vivi mit ihrem VW T3 Bundeswehr Transporter.
Als wir uns aufgebaut hatten bereiteten wir gemeinsam das Grillen vor. So ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen…

Am Samstag teilten wir uns auf. Jeder unternahm etwas für sich.
Marcus und ich wollten jetzt endlich die Talsperre sehen, also führte uns der erste Halt an die Staumauer. Hier hat man zwei Möglichkeiten: Fährt man durch Hemfurth-Edersee, so erreicht man einen großen kostenpflichtigen Parkplatz ca. 500 Meter vor der Staumauer. Weiter dürfen die Touristen nicht fahren, nur den Anwohnern ist es gestattet durch das kleine angrenzende Wohngebiet zu fahren.
Wir folgten jedoch der Randstraße (L3086) entlang des Ufers der Talsperre. Ca. 200 Meter unterhalb der Staumauer befindet sich auf der linken Seite ein schmaler Parkplatz für ca. 20 Autos. Wir hatten Glück und fanden hier noch einen Parkplatz. Auch hier muss gelöhnt werden. Erfreulich ist allerdings, dass man sein Parkticket mitnehmen kann und bei weiteren Parkplätzen entlang des Stausees einfach wieder in das Fenster legen darf.

Ein absoluter Tipp für Naschkatzen ist das Eis aus eigener Herstellung aus der Eisdiele „Lecko Mio“ (Zur Sperrmauer 62, 34549 Edertal). Nach einer Stärkung ging es für ca. 3,5 Km weiter entlang des Ufers auf der L3086, bis wir am Hotel Seeblick auf die L3256 Richtung Waldeck abbogen. Unser nächstes Ziel war das Schloss Waldeck (Schloßstraße 1, 34513 Waldeck). Parkplätze gibt es bis kurz vor die Burgmauern, so dass nur noch die letzten Meter ein kleiner Anstieg bewältigt werden muss. Die Aussicht von der Terrasse nach Süden über den Edersee ist bei gutem Wetter einfach umwerfend. Wir hatten Glück und konnten die Fernsicht genießen. Ich muss gestehen, ich war positiv überrascht, dass der Zugang zu dieser Terrasse mit dieser Aussicht kostenlos war.

Anschließend erkundeten wir noch etwas den angrenzenden Wald und machten uns dann aber auch schon langsam wieder auf die Rückfahrt zum Campingplatz. Wir hatten Hunger und wollten alles für das gemeinsame Grillen vorbereiten. Außerdem erwarteten wir noch Anne und Jakob mit ihrem Feuerwehr-Bulli. Beides sind Freunde von Max und Vivi, konnten aber erst am Samstag anreisen…
Nach dem Essen vor unseren Bussen verbrachten wir den Abend mit Mariokart auf improvisierter Leinwand. Besser konnte der Abend nicht ausklingen. 🙂

Am Sonntag stand ein Besuch im „Tollen Haus am Edersee“ (Hemfurther Str. 14, 34549 Edertal) an. Vom Campingplatz erreicht man es fußläufig in ca. 3 Minuten.
Den restlichen Tag unternahmen Anne und Jakob in ihrem Feuerwehr-Bus, Vivi und Max in ihrem Bundeswehr-Bus und ich mit Günther eine Ausfahrt um den Ederstausee. Es gibt hier viele schöne Ecken zu entdecken. Kleine Parkbuchten oder schattige Parkplätze am Waldrand laden zum halten ein. Wir sahen auch viele Taucher, die auf den Parkplätzen entlang des Sees ihre Ausrüstung vorbereiteten. Angler können sich an einem der Motorboot-Verleihs ein Boot mieten und den Tag auf dem Wasser verbringen.
Ich war etwas traurig, dass ich mein Fahrrad nicht dabei hatte. Überall schlängelten sich Radwege entlang des Ufers. Dies war mit Sicherheit nicht der letzte Besuch an der Eder-Talsperre.

Den letzten Abend war ich ganz schön müde und machte es mir im Bus gemütlich.
Montag Morgen wurde gepackt und wir verließen den Campingplatz, jeder in seine Richtung. Die ersten Kilometer folgte ich noch Sebastian mit seinem originalen „Lufti“, bis ich mich dann für den schnelleren Heimweg über die Autobahn entschied.
Abschließend kann ich den Campingplatz nur empfehlen. Die Betreiber sind sehr kommunikativ und haben für jeden Gast ein paar freundliche Worte. Der Umgang ist unkompliziert trotz Corona. Die sanitären Einrichtungen waren sehr sauber und frisch renoviert. Lediglich in der Dusche vermisste ich eine Ablage/Sitzgelegenheit.

Nachdem ich euch zuvor bereits über die Montage der Airline-Schienen berichtet habe, werde ich jetzt auf die Installation der Sandbleche eingehen.
Warum Sandbleche? Das fragten mich einige Leute. 🙂
Ich hatte mich letztes Jahr auf der Skandinavien-Tour tatsächlich am Strand in Dänemark festgefahren. Selbst mit Schieben bekamen wir den Bus nicht frei. Er grub sich mit jeder Radumdrehung weiter in den Sand. Zum Schluss saß er schon mit dem Getriebe auf! Ein Mercedes ML befreite mich aus der misslichen Lage. Er zog mich mit seinem Allradantrieb locker aus dem Sand.
Damit mir sowas nicht wieder passiert, entscheid ich mich für die Montage von Sandblechen. Natürlich kann man auf diese Airline-Schienen auch Kanister, Äxte, Wagenheber oder Schaufeln aufnehmen.

Generell hat man die Wahl zwischen Blechen aus Metall und aus Kunststoff. Ich habe mich für Sandbleche aus Kunststoff entschieden. Allein die Gewichtsreduzierung hatte mich überzeugt (gerade einmal 8Kg das Paar).
Allein mit dem Kauf der Sandbleche ist es allerdings nicht getan! Spätestens dann stellt sich die Frage „wie bekomme ich die Dinger an die Airline-Schienen?“.
Für meine Modelle (MAXTRAX MK2) gibt es zwar extra Aufnahmen von Front Runner, doch sind diese Aufnahmen nicht für den Abstand meiner Schienen konzipiert. …außerdem kosten sie wieder ein schweine Geld (159€)! Ein befreundeter Bullifahrer hatte mir geholfen per CAD-Zeichnung die perfekten Halter zu planen und zu realisieren. 🙂 Lasergeschnitten und schwarz gepulvert kamen sie schließlich bei mir an. Die Vorfreude war groß. Würden sie passen..?

Die Halter habe ich zuerst unter die Bleche geschraubt, da zwischen den montierten Haltern und der Karosserie zu wenig Luft für die Schrauben gewesen wäre. Erst jetzt fädelte ich die Langlöcher der Halter auf die Fittinge.
Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Lange bin ich mit der abgebauten Innenverkleidung rumgefahren, …viel zu lange!
Nachdem die Airline-Schienen verbaut und die Stabilisierungsbleche von innen verschraubt wurden, kann nun endlich die Verkleidung wieder angebracht werden.

STOP!

So leicht ist es leider nicht!
Zuerst musste ich die ganzen Klebereste an der Rückwand mit einem „Radierer“ entfernen. hier gibt es extra für Bohrmaschinen gummi-ähnliche Aufsätze zu kaufen. Mit wohl-portioniertem Druck und viel Geduld, lassen sich so jegliche Reste des alten Armaflex entfernen.

Wirklich eine scheiss Arbeit!

Als nächstes geht es an das Zuschneiden der neuen Isolierung…
FALSCH! So dachte ich auch erst. Doch zuerst eine kleine Exkursion… Was bewirkt das Armaflex eigentlich? Es dämmt gegen Wärme und Kälte. Wenn man aber zusätzlich noch eine Geräuschdämmung gegen Fahrgeräusche haben möchte, so muss man zuerst Alubutyl nehmen. Hierbei handelt es sich um eine dünne Aluminiumfolie auf einer Schicht extrem stark klebendem Bitumen. Alubutyl findet speziell im Automobilbau Anwendung, da es durch die zusätzliche Masse die Bleche schlechter in Schwingung versetzen soll.
Beide Materialien gibt es bei eBay zu kaufen. Bei Armaflex kann man zwischen unterschiedlichen Stärken wählen. Ich habe eine Stärke von 13mm gewählt.

Oben: Rolle Alubutyl. Mitte: Zum Andrücken eignet sich ein Tapetenroller. Unten: Zuschneiden auf einem Tapeziertisch.

Jetzt habe ich mit einem Zollstock die Maße genommen und das Alubutyl zugeschnitten. Wichtig ist, dass man vor dem Verkleben das Blech noch einmal mit Reinigungsbenzin entfettet. Zum Schneiden des Alubutyl eignet sich ein scharfes Tapeziermesser. Ich hatte es so gemacht, dass ich die komplette Fläche mit einem Stück ausgekleidet habe. Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass zum „Entdröhnen“ wohl auch weniger Alubutyl gereicht hätte… Schaden kann es aber nicht, ich finde es sieht gut aus. 🙂
Möchte man nun das Armaflex verarbeiten, so sollte man folgende Hinweise beachten: Es klebt wie Sau! Haftet es einmal an der Wand, so ist ein Verschieben nicht mehr möglich. Meiner Meinung kann man das Armaflex besser zuschneiden, wenn die Rolle auf der schwarzen Seite liegt und man zuerst durch die dünne Kunststofffolie schneidet. Generell ist es auch hier egal ob man eine große Platte zuschneidet oder stückelt. Ich habe einen großen Zuschnitt gewählt.

Oben: Das Alubutyl ist perfekt mit dem Roller angedrückt. Mitte: Anzeichnen der genauen Maße. Unten: fertig verklebtes Armaflex.

So habe ich drei Lagen über einander geklebt, um den Hohlraum hinter der Verkleidung aufzufüllen. Sicher hätte man auch gleich dickeres Armaflex kaufen können, doch dann wäre ich nicht so gut hinter die angrenzenden Karosserieteile gekommen. Hier habe ich das Material so weit hintergeschoben wie ich kam.

Ja, mehr kann ich zu diesem Thema gar nicht berichten. Mich würde es wirklich freuen wenn ihr mir hier per Kommentar mal Feedback geben würdet. Danke euch. 🙂

Hier handelte es sich auch um ein Projekt das ich schon länger aufgeschoben hatte. Ich hatte doch etwas Respekt davor die Türverkleidung zu entfernen. Die Fächer für die Tür kaufte ich bereits 2019 auf dem Maikäfer Treffen in Hannover. Im Grunde war es aber alles gar nicht so schlimm. Bei der ersten Tür dauerte es noch etwas länger, bei der Fahrertür ging es um so schneller.

Als erstes müssen die Boxen (falls vorhanden), Türgriff, Kurbel für Fenster, Lüftungsgitter, Zuggriff und Türöffner abgeschraubt werden. Anschließend kann man vorsichtig die Türverkleidung abziehen. Hier beginnt man am besten unten im Fußraum und arbeitet sich seitlich hoch.

Oben: Tür noch mit allen Anbauteilen.
Mitte: alle Anbauteile bereits abgeschraubt.
Unten: Türpappe abgebaut.

Um die Schrauben im richtigen Abstand durch die Türpappe setzen zu können habe ich mir eine einfache Schablone aus Papier gebastelt. Ich habe zwei DIN A4 Blätter aneinander geklebt und auf die Bohrungen der Türfächer gelegt. Anschließend habe ich mit einem spitzen Gegenstand die Löcher durch das Papier durchstochen. Nun habe ich die Schablone auf die Innenseite der Türpappe gelegt und die Positionen der Bohrungen markiert. Anschließend habe ich die Schrauben so weit durch die Türverkleidung geschraubt, dass sie minimal vorne durch den Bezug zu sehen waren. Jetzt habe ich das Ablagefach gegen gehalten und von hinten die Schrauben angezogen. – FERTIG!

Nun kann die Türverkleidung wieder angebracht werden. Hierzu einfach mit einem Ruck die Klipse wieder in das Türblech drücken.

Oben: Rückseite der Türpappe.
Mitte: gebastelte Schablone.
Unten: wieder alles fertig angebracht.

Eure Meinungen, Fragen oder Anregungen sind wie immer herzlich willkommen. Ich würde mich über ein kurzes Feedback sehr freuen. 🙂